Lörrach Begeisterung pur im Burghof

Stephan Malluschke mit dem Oberrheinischen Sinfonieorchester Foto: Gottfried Driesch Foto: Die Oberbadische

Von Gottfried Driesch

Lörrach. Satter, sauberer Klang, Präzision und ein großer Dynamikumfang kennzeichnete das Adventskonzert des Oberrheinischen Sinfonieorchesters am Sonntag im Burghof. Konzentriert in seinem Spiel wurde das Konzert für die Zuhörer in dem fast voll besetzten Saal zu einem großen Erlebnis.

Fast eine Sinfonische Dichtung, wie sie fast 100 Jahre später Richard Strauss perfektioniert hat, ist die Ouvertüre zu dem Goethe-Trauerspiel „Egmont“, op. 84, von Ludwig van Beethoven. Beethoven, der den Dichterfürst Goethe sehr verehrt hat, schildert darin mit musikalischen Mitteln die Seelenstimmung des tragischen Helden Egmont. Schicksalsschwer zwischen Hoffen und Bangen bewegt sich die Musik in der Ouvertüre. Den Musikern liegt diese Art der Musik. Voller Energie setzten sie die Noten um. Dirigent Stephan Malluschke leitete locker und souverän das Orchester.

Mit Christian Ostertag, Violine, und Francis Gouton, Violoncello, konnte das Orchester zwei hochkarätige Solisten gewinnen. In perfektem Zusammenspiel erklang das Doppelkonzert a-moll, op. 102 von Johannes Brahms. Die Wahl der Solisten erwies sich als Glücksfall. Die beiden Musiker harmonierten klanglich und musikalisch aufs Beste.

Das Zusammenspiel von Solisten und Orchester entwickelte sich zu einem einheitlichen Ganzen. Besonders fielen die filigranen Bläser im Klanggefüge auf. So kam die große Qualität des Doppelkonzerts voll zum Tragen. Der liebliche und sehr melodische langsame Satz „Andante“ wurde zu einem gesanglichen Erlebnis. Der Schlusssatz „Vivace non troppo“ verarbeitet motivisch Elemente aus den „ungarischen Tänzen“ von Brahms.

Die Sinfonie Nr. 102, B-Dur, von Joseph Haydn beschloss die Programmfolge. Es ist eine der „Londoner Sinfonien“ und zählt zu den berühmtesten der insgesamt 107 Sinfonien Haydns. Schon bei der Uraufführung 1795 war dieser ein überwältigender Erfolg beschieden. Die ersten Töne sind reine Bläserakkorde.

Wegen der unterschiedlichen Ansprechzeit der Instrumente sind diese Einsätze recht heikel. Der erste Satz „Largo – Vivace“ entwickelt sich zu mächtigem Klang. Malluschke verstand es aber immer, das Klangvolumen zurückzuführen und von neuem Aufblühen zu lassen. Sangliche Melodien machten den zweiten Satz „Adagio“ zu einem Ruhepol. Das „Menuett: Allegro – Trio“ mit seinem typischen Dreivierteltakt wurde vom Orchester mit der nötigen Leichtigkeit sehr bewegt gespielt. Bei dieser beschwingten Musik ist die Begeisterung der Zuhörer heute nicht geringer als bei der Uraufführung. Das rasche Finale überzeugte dann mit einer großartigen Steigerung der Musik.

Für den großen Applaus bedankte sich das Orchester mit dem Ungarischen Tanz Nr. 3 in F-Dur von Johannes Brahms als Zugabe

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