Lörrach Bekannte Werke in neuem Glanz

„Wie kann Schlagwerk klangvoll sein"“ Dieser Frage widmete sich das rhythmische Konzert für Orgel, Marimba und Schlagzeug am Sonntag in der St. Bonifatius Kirche. Von Ursula König Lörrach. Im Rahmen der Kirchenmusik-Reihe „Con Boni“ traf Kantor Andreas Mölder auf eine außergewöhnliche Formation: Das Percussion-Ensemble „Non Tacet“ verstand es, Marimba und Vibrafon lebendige und melodische Töne zu entlocken, die bekannte Werke in einem neuen Glanz zeigen. Abwechselnd mit Mölder an der Orgel stehen die befreundeten Schlagzeuger Lucas Grammelspacher, Markus Schneider, Christoph Steiert und Marcel Hug aus Bollschweil und St. Ulrich für fantasievolle Interpretationen bekannter „Klassiker“ und Raritäten wie Maurcio Kagels „erkältete Nachtigall“. Der Auszug aus den acht Orgelstücken zeigt die große Bandbreite an Klangfarben, die erfahrene Spieler wie Mölder der „Königin der Instrumente“ entlocken können. Er zeigt humorvoll auf, dass Musik in einer Kirche nicht immer allzu ernst sein muss. Der bekannte Choral „Jesu bleibet meine Freude“, der von Michael Boo für das Marimba Quartett bearbeitet wurde, stimmt mit seiner frischen Interpretation auf ein besonderes Konzerterlebnis ein. Denn die Musik will vor allem nahe bringen, dass sich Schlagwerk nicht auf Trommeln, Pauken und Becken begrenzt. Marimbafon und Glockenspiel Klangvolle Instrumente wie Marimbafon, Vibrafon und Glockenspiel zeigen vielfältige Facetten „schlagender Klänge“. Mölder wird diesem Thema an der Soloorgel mit der „Toccata in seven“ gerecht, bei der sich schlagende Klänge mit klangvollen Passagen abwechseln. Mit der „Laudate“ von Hans Ludwig Schiller folgt ein weiteres Loblied, das als Originalkomposition für Marimbafon, Glockenspiel, Percussion und Orgel vorgesehen ist. Rhythmisch feurig folgt der Ungarische Tanz Nr. 1 von Brahms, während mit einer Bach Sonate und der Meditation von Paul Creston wieder ruhigere Klänge das Programm abrunden. Zu den Glanzlichtern des Konzerts zählen die „Sonata quasi una Fantasie“; vor allem bekannt als „Monscheinsonate“ von Ludwig van Beethoven sowie das Stück „Farewell“; ein Abschiedsstück der Musiklehrerin Inez Ellmann, das sie verfasste, als sie ihre Heimat Polen verließ. Eine echte Überraschung bietet zum Schluss noch die Zugabe: Das „te deum“ von Marc Charpentier ist den meisten wohl als „Eurovisionsmelodie“ bekannt. Der volle warme Klang der Instrumente und die ungewöhnliche Besetzung runden ein Kirchenkonzert ab, das ganz im Sinne der „ConBoni“-Konzerte drauf angelegt war, sich „anrühren“ zu lassen oder die „Seele zu berühren“, wie Pfarrer Thorsten Becker im Jahresprogramm der Kirchenmusik schreibt. Weitere Informationen: Das nächste Konzert, „Orgel hoch zwei“ findet am 16. Oktober um 17 Uhr in der Kirche St. Bonifatius statt.

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