Lörrach Besinnung und Musikgenuss

Dirigent Ulrich Winzer hatte besonders auf den Wohlklang der Stadtmusiker geachtet. Foto: Gottfried Driesch Foto: Die Oberbadische

Von Gottfried Driesch

Lörrach. Bereits zum 20. Mal veranstaltete die Stadtmusik Lörrach am Samstag ein Adventskonzert in der evangelischen Stadtkirche. Advent heißt nicht nur Erwartung, sondern auch Besinnung. Ausruhen, Verschnaufen – genau das konnte man abseits des turbulenten Weihnachtsmarktes.

Viele Menschen waren der Einladung zum Konzert gefolgt. Die Stadtkirche war fast voll besetzt. Das von Ulrich Winzer zusammengestellte und geleitete Programm trug dem Ausruhen vom Trubel voll Rechnung. „Alles fließt und nichts bleibt“ lautete das Motto des Konzerts. Wie schon in den Vorjahren lasen Pfarrerin Gudrun Mauvais und Monika Kotterer zwischen den Stücken besinnliche und heitere Texte zum Advent. Mauvais stellte das Goethe-Gedicht „Eins und Alles“ an den Anfang.

Sehr ruhig floss die Musik in „Gently flows the amber grain“ von Brian Scott, wodurch es hervorragend zum Konzertmotto passte. Fein ausmusiziert zeigte es das große Können der einzelnen Musiker.

Das Wasser nicht nur ruhig fließen kann, hört man bei Fritz Neuböck in seinem Werk „Where the river falls“. Manche Stromschnelle ist musikalisch zu umschiffen, wobei das Schlagzeug Hilfestellung gibt. Eine wichtige Rolle übernahm das Schlagzeug auch in „Celtic Carol“, bei dem zunächst eine Flöte ganz verträumt beginnt.

Zu einem Ohrenschmaus geriet „Rivers flow in you“. Besonders stimmungsvoll wurde es von einer kleinen Besetzung ausschließlich aus Holzbläsern gespielt.

Im ersten Satz „Der Fluss“ von Johan de Meijs „Wind in den Weiden“ kommt das mächtige, unaufhaltsame Fließen eines breiten Stromes zum Ausdruck. Dirigent Ulrich Winzer hat auch dieses Werk ganz hervorragend umgesetzt. „Flow, my tears“ von John Dowland wurde im Original für Laute und Gesang komponiert. Winzer hat es sehr gefühlvoll für das Blasorchester eingerichtet.

Den musikalischen Abschluss bildete „C’est Noel“ von André Jutras. Fast ist es wie ein Aufbruch in die Zeit nach Weihnachten, bis plötzlich zwei bekannte Weihnachtslieder unüberhörbar auftauchen. „Stille Nacht, Heilige Nacht“ und „Engel auf den Feldern singen“ lassen die Weihnachtsstimmung zurückkehren.

Monika Kotterer erzählte unter anderem die Geschichte eines Mannes, der ganz still in das fließende Wasser eines Baches schaut. „Das Wasser lehrt uns, wie wir leben sollen. Dorthin, wo es fließt, spendet es Leben“.

Und Gudrun Mauvais ging auf die Weihnachtsgeschichte ein, in der es heißt: „Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen“. Worte sind eben mehr als nur Schall.

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