Lörrach „Bettmümpfeli“ vom Feinsten

Mit Tanz eröffnete die Trachtengruppe Zell im Wiesental den Abend zu Ehren von Gerhard Jung. Foto: Peter Ade

Lörrach - Mit einem liebevoll-kernigen, zuweilen nachdenklich stimmenden Abend erinnerten Angehörige und Freunde an den Heimatdichter Gerhard Jung. Der 1998 im Alter von 72 Jahren verstorbene Alemanne bleibt unvergessen.

Den Menschen eine Heimat zu schaffen: Das war stets das Bestreben im schriftstellerischen Wirken des aus Zell im Wiesental stammenden Postbeamten. Frieden und Versöhnung zählten zu den Schwerpunkten reichen poetischen Wirkens. Eines seiner bekanntesten Werke ist das Buch „Bettmümpfeli“, das in der siebten Auflage 35 000 Exemplare erreichte.

„Es ist an der Zeit, wieder einmal an den unvergleichlich vielseitigen und sprachgewaltigen Mundartautor zu erinnern – Person und Werk wieder einmal richtig wirksam werden zu lassen“, sagte Hebelbundpräsident Volker Habermeier bei der Begrüßung der weit über hundert Zuhörer in der Alten Halle Haagen.

Noch lebten viele Freundinnen und Freunde, Kenner seiner Dichtung, Wegbegleiter und Literaten, die in Jung einen unschätzbaren Ratgeber und Ermunterer erfahren hätten. Viele von ihnen prägten das muntere Programm. Durch den Abend führte Markus Manfred Jung, Sohn des Dichters, Vizepräsident der Elsass-Freunde Basel und Präsidiumsmitglied des Hebelbundes.

Die Zeller Trachtengruppe unter Leitung von Christoph Greiner machte den Auftakt mit dem Zeller Chilibitanz – natürlich eine Schöpfung Gerhard Jungs, der das Ensemble viele Jahre lang künstlerisch geleitet und für das er Gedichte, Tänze und Lieder geschrieben, komponiert und gestaltet hat.

Der Funke sprang sofort über: Bei allen Vorträgen ging das Publikum begeistert mit. Die gelungenen Darbietungen der Bühnenakteure waren ein schöner Mix aus literarischem Schaffen, musikalischen Ohrwürmern und persönlichen Erinnerungen, vorgetragen von Freunden und Weggefährten des beliebten Autoren, dem 1997 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen wurde.

An zwei Gesprächsrunden beteiligten sich Carola Horstmann, Karlheinz Jung, Liesa Trefzer, Inge Tenz, Bernd Wuchner, Heidi Zöllner und Markus Manfred Jung sowie Margrit Eckert-Schneider, Sabine Ging, Klaus Gülker, Inge Hemberger und Christa Schrempp-Herzog. Köstlich der Auftritt der „Holzhacker-Wiiber“ Sabine Greiner und Heidi Zöllner. Sabine Ging spielte die klassische Gitarre. Uli Führe erfreute mit alemannischen Liedern.

Den Höhepunkt seines Wirkens erreichte Jung zu Beginn der 1970-er Jahre, als er die Johann-Peter-Hebel-Plakette der Gemeinde Hausen im Wiesental und den Johann-Peter-Hebel-Preis des Landes Baden-Württemberg verliehen bekam. 1998 verstarb der populäre Autor in Lörrach.

„Die Welt ist nirgendwo zu groß, die Heimat ist nirgendwo zu klein, um andern Menschen bloß gut zu sein“, zitierte Hebelbundpräsident Habermeier in seiner Hommage den Sohn der Heimat.

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