Lörrach Biergarten mit Boot und Laden

Freuen sich schon auf ihre Gäste: Mick Gäntzel (l.) und sein Team. Foto: Beatrice Ehrlich

Lörrach -  Bier und Gläser stehen bereit im frisch gestrichenen Boot im Innenhof, Mick Gäntzel und sein Team vom Pub mit Pension Heimathafen legen letzte Hand an bei Theke und Auslage. Pünktlich zum Wegfall der Testpflicht in der Außengastronomie eröffnet am Samstag in einem Hinterhof zwischen Basler und Schillerstraße nahe des Bahnübergangs ein Biergarten mit einem besonderen Konzept: das „Daddeldu“ – norddeutsch für „Feierabend“ oder „Jetzt reicht´s“.

Produkten zum Mitnehmen oder zum Essen gleich vor Ort

Von 10 bis 22 Uhr gibt es hier Bier, Brötchen und Brezeln, Kaffee und Kuchen, selbstgemachte Waie, aber auch einen Picknickkorb mit regionalen Produkten zum Mitnehmen oder zum Essen gleich vor Ort, ganz wonach Kunden und Gästen der Sinn steht. Mitgebrachtes darf ebenfalls konsumiert werden.

Spiele und Decken liegen bereit, der Ort lädt eindeutig ein zum längeren Verweilen. „Die Leute wollen endlich wieder draußen zusammen kommen“, erklärt Gäntzel überzeugt, dazu will der erfahrene Gastronom seinen Teil beitragen.

Besonderer Biergarten mit kleinem Laden

Das „Daddeldu“ ist ein ganz besonderer, teilweise überdachter Biergarten mit einem kleinen Laden, in dem es regionale Produkte zu kaufen gibt, von besonderem Schmuck über Deko-Artikel bis hin zur handgefertigten Lederhandtasche.

Gäntzel liebt es, verschiedene regionale Strömungen unter einem Dach zu integrieren: Während der Name „Daddeldu“ sowie die vom Heimathafen übernommene, von Markus Stern künstlerisch umgesetzte Seemannsoptik an den hohen Norden denken lassen und Gäntzel bei der Auswahl der Location ausgerechnet einen Kreuzberger Hinterhof im Kopf hatte, überwiegt bei den Produkten vom Bier bis zum Schwarzwald-Sweat-Shirt das Regionale.

Der selbstgebaute Kahn, der als Tresen dient, erinnert zudem irgendwie an eine Rheinfähre im benachbarten Basel.

Temporäre Genehmigung als Pop-up-Projekt

Für das gastronomische Angebot kooperiert Gäntzel mit der Metzgerei Hagin aus Haltingen, der Bäckerei Fritz aus Weil am Rhein und der Firma Koch aus Binzen für Käse und Salate. Dass es hier darüber hinaus so viel zu kaufen gibt, ist kein Zufall: Anderen eine Chance zu geben, die wegen der Corona-Krise geschäftlich in Schlagseite geraten sind, liegt Gäntzel besonders am Herzen.

Wie die Gastronomen konnten auch viele Beschicker kleiner Märkte und Messen ihre Produkte in den vergangenen Monaten kaum an den Mann bringen. So kann hier fast alles gekauft werden, von der Verpflegung über besondere Biere bis hin zum Mobiliar, darunter ausgefallene Barhocker mit Traktorsitzen, die man nach dem Probesitzen direkt erwerben und mitnehmen kann.

Intensive Gespräche mit der Stadt.

Der Eröffnung vorangegangen sind intensive Gespräche mit der Stadt. Bis zum 31. Oktober ist das „Daddeldu“ als Pop-up-Projekt temporär genehmigt. Auf hochprozentigen Alkohol sowie Musik wird verzichtet, Parkplätze sind nicht vor Ort, sondern nur in der näheren Umgebung zu finden.

Gäntzel hofft, dass seine Gäste zu Fuß oder mit dem Rad kommen. Als Biergarten um’s Eck, für ein kleines Frühstück, die Mittagspause oder das Bier nach Feierabend – so ist das „Daddeldu“ gedacht.

Durch reinen Zufall ist Gäntzel auf den Ort an der S-Bahn-Strecke aufmerksam geworden, in dem sich früher wohl eine Näherei befand. Einen alten Schrank wollte er eigentlich abholen und kam bei der Gelegenheit mit dem Eigentümer ins Gespräch. Vor seinem inneren Auge war da schon der Biergarten entstanden, den er nun, zusammen mit langjährigen Mitarbeitern und Stammgästen, gebaut und eingerichtet hat.

Auch Heimathafen öffnet

Übrigens: Auch der Heimathafen öffnet vorsichtig wieder seine Pforten. Ab 15. Juni werden dort alle EM-Spiele unter Beteiligung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gezeigt. Rund 80 Gäste haben dort unter Pandemie-Bedingungen Platz, hier ist ein tagesaktueller Covid-Test nötig. Gäntzel hofft, wie auch beim „Daddeldu“, auf regen Zuspruch.

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