Lörrach Bildung trotzt Corona

Lörrach - Die Anmeldungen an der Volkshochschule laufen. Am 1. März starten 50 Angebote – zunächst online. Die Hoffnungen von VHS-Leiter Axel Rulf ruhen auf April. Dann sollen – wenn möglich –­ Präsenzkurse folgen. Denn: „Die Volkshochschule lebt von der Begegnung.“

Hinter dem Team liegt ein Jahr, das ein Höchstmaß an Flexibilität verlangte mit Kursverschiebungen und Umbuchungen. Dazu wurde besonders unter Federführung des stellvertretenden VHS-Leiters Harald Erbacher einiges in den Bereich Digitalisierung investiert, um Dozenten online fit zu machen. Allerdings sei es nicht Jedermanns Sache, vor einem Laptop vorzuturnen oder Sprachunterricht via Zoom zu geben. Dennoch waren und bleiben digitale Zusatzangebote auch nach Corona VHS-Bestandteil.

Fast 400 Angebote umfasst das aktuelle Programm. Dabei fallen die Anmeldungen bisher verhaltener als üblich aus (-40 Prozent). Doch einiges läuft überraschend gut: Manche Kurse aus dem Gesundheitsbereich sind ausgebucht, ebenso die Science Lab-Samstage für Kinder oder Exkursionen, die in der zweiten Jahreshälfte angesiedelt sind. „Die Nachfrage zeigt den Drang der Menschen nach Normalität“, so Rulf.

Angesichts des dominanten Themas Corona weist er exemplarisch auf die fortgeführte „Klimafit“-Veranstaltung hin, die im März online startet. „Dieses wichtige Thema dürfen wir nicht aus den Augen verlieren.“

Aufgrund des zweifachen Lockdowns kann die VHS mit den Einnahmen nicht zufrieden sein, zumal selbst während der Präsenzzeit weniger Teilnehmer pro Kurs erlaubt waren und Digitalangebote schlechter gebucht sind. „Ohne Corona waren wir wirtschaftlich ja immer erfolgreich“, bilanziert Rulf.

70 Prozent aller VHS-Kunden besuchen Kurse aus dem Gesundheitsbereich, den Harald Erbacher verantwortet. „Die Bewegung zum regelmäßigen Termin – das fehlt den Menschen sehr“. Dennoch starten 17 Kurse online, ein Sprung ins kalte Wasser für alle Beteiligten, besonders dann, wenn es sich um neue Angebote handelt.

Die im vergangenen Jahr ausgefallenen Vorträge sollen ab Frühjahr nachgeholt werden, darunter beispielsweise der Besuch von Heike Drechsler. „So etwas funktioniert nur live“, weiß Erbacher. Alle Referenten hätten sich im übrigen sehr kooperativ und verständnisvoll gezeigt, ergänzt Rulf.

Intensiv beschäftigt war und ist die VHS zudem mit der in nur drei Monaten vollzogenen Fusion mit der VHS Steinen sowie der anstehenden Zertifizierung durch das Land. Zudem rückt die Endrunde des Kita-Preises zusammen mit der Kaltenbachstiftung näher – mit großen Chancen.

Rulf verweist zudem auf die schwierige Lage der Dozenten. „90 Prozent sind Frauen. Ohne die könnten wir dicht machen.“ Angesichts einer zunehmenden Individualisierung in unserer stets älter werdenden Gesellschaft betont er zum Abschluss des Pressegesprächs die wichtige Rolle der VHS.

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