Lörrach Blasmusik und Lobreden

Lörrach - Das Fass war widerspenstig: Während es am Samstag bei der Eröffnung der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen des SAK Lörrach zunächst so aussah, als könne nach zwei Schlägen durch Oberbürgermeister Jörg Lutz schon Bier gezapft werden, brauchte das Stadtoberhaupt am Ende doch deutlich mehr Anläufe. Bald aber stand einem zünftigen Oktoberfest nichts mehr im Wege.

Welch weiten Weg der SAK dank zahlreicher engagierter Menschen seit seiner Gründung zurückgelegt hat, verdeutlichten die Worte der Laudatoren. Landrätin Marion Dammann sagte, der SAK sei seit Ende der 1960er-Jahre von der „Studierendeninititative zu einem tollen Verein geworden“. Jörg Lutz kam angesichts der unermüdlichen Arbeit der SAK-Mitglieder und Helfer vor allem das Gefühl der Dankbarkeit in den Sinn. Dagmar Zobel, Prälatin des Kirchenkreises Südbaden, betonte, dass die Landeskirche stolz auf eine Einrichtung wie den SAK sei. Das zeige sich schon daran, dass es seit den 1970er-Jahren zwei hauptamtliche Gemeindediakonsstellen zur Unterstützung des SAK gebe.

SAK-Geschäftsführer Jürgen Rausch freute sich sichtlich über die Lobreden. Er wertete es auch als Anerkennung der Arbeit, dass als Ehrengäste neben den Laudatoren unter anderem die heimischen Bundestagsabgeordneten Gerhard Zickenheiner (Grüne) und Armin Schuster (CDU) sowie Vertreter des Kreistags, Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic und „Ehemalige“ gekommen waren. Dass die Lobreden bewusst kurz gehalten wurden, verriet er am Rande der Veranstaltung im Gespräch mit unserer Zeitung: „Die Honoratioren haben auf Reden verzichtet, aber ihre Dankesworte gehen dennoch nicht verloren.“ So werden sie Bestandteil der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen des SAK sein, die im Dezember erscheinen soll und dann zum Preis von „zwei oder drei Euro“ erworben werden kann, wie Rausch sagte.

Der Erlös aus der Festschrift wie auch die Einnahmen aus dem Oktoberfest sollen der Kinderfarm Lörrach zugutekommen. Der SAK hat bekanntlich die ehemalige Schäferei Raufer übernommen und beweidet seit mehr als zwei Jahren mit rund 30 Schafen Grünflächen und Streuobstwiesen in der Region. Nachdem bereits mehrere Schulprojekte zu den Themen Nachhaltigkeit, Nutztierhaltung und urbane Landwirtschaft veranstaltet wurden, reifte die Idee, eine Kinderfarm auf dem Gelände der Schäferei entstehen zu lassen. Einige der Schafe konnten auch außerhalb des Festzeltes gestreichelt werden, was bei Kindern wie Eltern bestens ankam.

Bayrische Spezialitäten und Balkanklänge

Wie es sich für ein zünftiges Oktoberfest gehört, stand im Festzelt auf dem Gelände des Parkschwimmbads das Feiern im Vordergrund. Die fleißigen Helferinnen hatten schon kurz nach der Eröffnung um 18 Uhr, als sich das Festzelt rasch füllte, alle Hände voll zu tun und brachten Maßkrüge sowie deftige bayrische Spezialitäten.

Aber: Kein Oktoberfest ohne Musik. Auch hier ließen sich die Veranstalter nicht lumpen. Die „Bernauer Kraft Buebe“, sieben Blasmusiker und ein Schlagzeuger, ließen es zum Auftakt mit bekannten Stücken wie „Take on Me“ von „a-ha“ ordentlich krachen und bewiesen, dass Blasmusik alles andere als angestaubt wirken kann. Auch die Combo „Brazzo Brazzone & The World Brass Ensemble“ unterhielt die Besucher mit Musik vom Jazz über Rock bis zu Balkanklängen auf das Vorzüglichste.

Am gestrigen Sonntag traten unter anderem die Bigband der städtischen Musikschule und die Formation „Bergemer Blechschaden“ auf. Am Abend spielte die Dampfmusik Wollbach. An beiden Festtagen hatte das Festzelt jeweils ab 11 Uhr geöffnet, wobei tagsüber das Kinder- und Jugendprogramm im Mittelpunkt gestanden hatte. So konnten die Besucher etwa an der Kletterwand im Hof des SAK ihre Geschicklichkeit erproben.

Vom heutigen Montag bis zum Mittwoch, 2. Oktober, werden im Alten Wasserwerk weiterhin bayrische Spezialitäten angeboten. Die Abschlussveranstaltung am Donnerstag, 3. Oktober, beginnt mit einem Weißwurstfrühstück ab 11 Uhr, ehe ab 11.30 Uhr die „Maddis`son Brass Band“ aus Freiburg auftritt.

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