Lörrach Britischer Humor trifft virtuoses Ukulelespiel

Gern gesehene Gäste: die britischen Musiker mit ihrem besonderen britischen Humor Foto: Martina Proprenter

Lörrach - Versprochen wurde dem Burghofpublikum in Lörrach ein Orchester „mit Ukes und Dollerei“, also Ukulelespiel und reichlich Spaß. Die acht britischen Musiker und Musikerinnen übertrafen dies am Mittwochabend bei ihrem Konzert deutlich. Quer durch Musikgenres zeigten sie, zu welchen Klängen das gitarrenähnliche Zupfinstrument genutzt werden kann.

Schon die Grußworte ließen die Tendenz des Abends erahnen: „Es ist wundervoll, hier in Schaffhausen zu sein, morgen spielen wir in Lörrach“, witzelten die Briten. Kein Fauxpas, sondern vielmehr britischer Humor mit gut durchdachten sublimen Pointen, die sich durch den gesamten Auftritt zogen. So auch bei den zahlreichen Anekdoten des weitgereisten Orchesters, das seit über 30 Jahren in wechselnder Besetzung auftritt.

Warum man Ukulele spiele? „Born this way“, um es mit den Worten Lady Gagas zu sagen, oder besser: zu singen. Das Gute-Laune-Instrument, mit dem die Ukulele meist verbunden wird, eignet sich aber auch für tiefgründige Texte. Etwa für eines der am häufigsten missverstandenen Stücke der Pop-Geschichte. Auf ihrer Reise ins Silicon Valley hätten die Musiker das Lieblingsstück Mark Zuckerbergs erfahren: „Every breath you take“. So verknüpft wird die eigentliche Bedeutung der krankhaften Liebe samt Stalking noch viel eindrücklicher und deutlicher.

Ihren besonderen Charme und vor allem ihr Können zeigten die Briten durch starke Einzelstimmen, aber auch gemeinsam gesungene Lieder.

Musikalischer Geniestreich

Beides vereinten die „Ukes“ schließlich bei einem geschickt aufgebauten musikalischen Geniestreich: Kurz vor Konzertende durfte Ben Rouse endlich sein mehrfach gefordertes – und stets von feixenden Musikerkollegen abgelehntes – klassisches Stück von Georg Friedrich Händel spielen. Mit perfekten Übergängen stimmten Jonty Bankes, Peter Brooke Turner, Will Grove-White, Dave Suich, Leisa Rea und Hester Goodman jeweils eigene Titel an, spannen diese weiter zu einem Kanon. Untermalt mit Händel brachten sie so unterschiedliche Titel wie „I will survive“, „Hotel California“ und „Fly me to the moon“ zu einem harmonischen Stück mit Gänsehautfaktor zusammen.

Wer keine Karte im ausverkauften Burghof mehr ergattern konnte, sollte unbedingt nach einer Aufnahme dieses Stückes googeln (etwa: „Fly me off the händel – or a story about ’Harmonie“).

Im frenetischen Applaus des Publikums ging der Anfang des letzten Stücks, „Highway to hell“, gar ein wenig unter. Eine zweite Zugabe, nach David Bowies „Heroes“, konnte sich das Publikum zwar nicht erjubeln, dankte den Musikern aber mit stehendem Applaus für diesen besonderen Auftritt.

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