Lörrach Brücke zwischen Eltern und Schulen

Die Oberbadische
Erstmals in Lörrach abgeschlossen wurde ein Kurs zur Ausbildung von interkulturellen Elternmentoren. 24 Absolventen drückten dafür vier Samstage lang jeweils sechs Stunden die Schulbank in der Neumattschule. Foto: Gerd Lustig Foto: Die Oberbadische

Von Gerd Lustig

Lörrach. Sie sind neutrale Ansprechpartner, Vermittler und Unterstützer in Fragen rund um die Themen Erziehung, Bildung und Schule und bilden so eine wichtige Brücke zwischen Elternhaus und Bildungseinrichtung: Interkulturelle Elternmentoren. Dabei handelt es sich um ein seit zehn Jahren praktiziertes Projekt der Gemeinnützigen Stiftung Baden-Württemberg. Jetzt wurde erstmals ein Kurs in Lörrach abgeschlossen.

24 Absolventen, davon die Hälfte aus Lörrach sowie die andere Hälfte aus Weil am Rhein und weiteren Kreisgemeinden, wurden die Zertifikate und Urkunden in der Neumattschule überreicht. Als wichtige Kooperationspartner beteiligt waren an dem Kurs der Caritasverband, die Schubert-Durand-Stiftung sowie das Staatliche Schulamt.

800 Elternmentoren landesweit ausgebildet

„Das Prinzip Eltern helfen Eltern unterstützt maßgeblich den schulischen Erfolg der Kinder – dafür stehen wir ein“, hatte Nazmije Mahmutaj, Vertreterin der Gemeinnützigen Stiftung, bei der kleinen Feierstunde betont. In der Neumattschule hatte der über 30 Stunden führende Kurs an fünf Samstagen stattgefunden. Gefreut hat sie sich über „so viele Anmeldungen wie noch nie“. Im Landkreis Lörrach war es insgesamt erst der zweite Kurs für Elternmentoren. Der erste ging 2014 mit 15 Teilnehmern in Rheinfelden über die Bühne. Im März folgt der dritte Kurs in Weil am Rhein, der in Kooperation mit der Diakonie abläuft. Insgesamt hat die Stiftung in den vergangenen zehn Jahren landesweit bereits mehr als 800 Elternmentoren ausgebildet.

Als ein überaus wichtiges Projekt bezeichnete das Modell Elternmentoren Rudolf Schick, Schulrat am Staatlichen Schulamt Lörrach: „Ziel dabei ist in erster Linie die bestmögliche Bildung für Kinder und Jugendliche.“ Für Nachhaltigkeit sorgten dabei der Caritasverband und die Schubert-Durand-Stiftung. Den Elternmentoren wünschte er als künftigen Bildungsberatern viel Glück in all ihrem Tun. „Sie sind künftig Übersetzer, und zwar nicht im sprachlichen, sondern in erster Linie im kulturellen Sinn“, sagte Neumattschulleiter Stefan Royl. Als ganz wichtig betrachtet er auch das künftig angebotene monatliche Coaching der Elternmentoren. „Treffen sie sich und tauschen sie sich aus“, hatte bereits Nazmije Mahmutaj die Absolventen aufgefordert.

„Dieses Kursangebot ist eine echte Bereicherung“, stellte Teilnehmer Engin Ergün zufrieden fest. Der Türkischlehrer wirkt bereits als Integrationslotse und gehört der Internationalen Kommission Lörrach an. „Eine wunderbare Sache“, urteilte auch Vedat Acikel, der im Jugendhilfeausschuss sowie auch im türkischen Elternbeirat seit einigen Jahren intensiv im Bereich der interkulturellen Fragestellungen mitarbeitet.

Zentrale Themen beim Elternmentorenkurs waren unter anderem Aufbau und Funktion des baden-württembergischen Schulsystems, die interkulturelle Kommunikation zwischen Eltern und Schule, der konstruktive Umgang mit Konflikten sowie auch lokale Hilfsstrukturen. Weiterhin stand die Rolle des Mentors als Vermittler für Eltern mit Migrationshintergrund auf der Agenda. Gedacht ist künftig an eine Vernetzung und Eingliederung der Mentoren in die Einrichtungen vor Ort.

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