Lörrach Bürgerstiftung befindet sich in Alarmstimmung

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Die Sprach-Kitas und die Bürgerstiftung Lörrach hat eine „Hiobsbotschaft“ erreicht, wie die Stiftungsvorsitzende Ute Lusche die Information aus Berlin nennt Foto: Kristoff Meller

Lörrach. Die Sprach-Kitas und die Bürgerstiftung Lörrach hat eine „Hiobsbotschaft“ erreicht, wie die Stiftungsvorsitzende Ute Lusche die Information aus Berlin nennt. Die Bundesregierung plant im neuen Jahr die Förderung der Sprach-Kitas einzustellen und hat entsprechend im Entwurf des Haushaltes für 2023 keine Mittel mehr vorgesehen. „Sollte es dabei bleiben, ist die Zukunft des allgemein anerkannten und gelobten Programms in Lörrach fraglich“, heißt es in einer Pressemitteilung der Bürgerstiftung.

Diese hat sich in Kooperation mit den regionalen Sprach-Kitas nun in einem Schreiben an die regionalen Bundestagsabgeordneten gewandt mit der Aufforderung, die Kürzungen abzuwenden. In dem Schreiben erinnert die Bürgerstiftung, bei der seit 2010 eine Stelle zur Fachberatung der Kitas angesiedelt ist, an das Versprechen aus dem Koalitionsvertrag der Ampelregierung, auf das man gebaut habe. Dort war ausdrücklich laut Stiftung zugesagt worden, „das Programm ,Sprach-Kita’ weiterzuentwickeln und zu verstetigen“. „Das Programm zu beenden bedeutet, Kindern aus benachteiligten Verhältnissen die Tür vor der Nase zuzuschlagen“, so Lusche.

Petition gestartet

Die Bürgerstiftung finanziert seit 2010 eine 30 Prozent-Stelle für die Fachberatung, die Stellenprozente wurden zuletzt 2016 mit Hilfe des Programms auf 80 Prozent aufgestockt. Neben der Sozialpädagogin Michaela Kern unterstützt auch eine weitere Fachkraft die Erzieherinnen in den Kindertagesstätten in ihrer Arbeit. Parallel haben sich die teilnehmenden Einrichtungen verpflichtet, ihrerseits eine Fachkraft einzustellen, zu qualifizieren und für die gezielte Förderung der Sprachentwicklung einzusetzen. „Entfallen die Stellenanteile in den Sprach-Kitas, werden eine intensive Sprachförderung mit den Kindern und die enge Kooperation mit den Eltern und Familien – ein zentraler Bestandteil des Programms - nicht mehr möglich sein“, betont Michaela Kern.

Die Finanzierungs-Lücke

Unterdessen haben sich bundesweit Träger, Eltern und Berufsverbände zusammengetan und eine Petition an den Bundestag gestartet (unter: www.sprachkitas-retten.de). Die Petition verlangt, „dass das Bundesprogramm Sprach- Kita fortgesetzt und verstetigt“ wird. Anfang September wird der Bundestag sich erstmals mit dem Thema befassen. Für Ute Lusche ist noch offen, wie es mit der Arbeit vor Ort weitergeht, sollte es bei den vorgeschlagenen Kürzungen bleiben. „Die Sprach-Kitas und wir haben dann eine Finanzierungslücke und müssen uns nach anderen Quellen umsehen, möglicherweise auch bei der Stadt.“

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