Lörrach Busverkehr wird weiter optimiert

mek, 14.09.2017 05:00 Uhr

Über die Nahverkehrssituation und den Abschlussbericht des Stadtbusgutachtens (wir berichten am Dienstag) diskutierten die drei Ortschaftsräte am Dienstagabend. Wolfgang Droll, Eigenbetriebsleiter Stadtwerke, und Mobilitätsexperte Arne Lüers standen in Brombach, Haagen und Hauingen Rede und Antwort.

Von Markus Greiß, Regine Ounas-Kräusel und Gottfried Driesch

Lörrach.  „Gut zufrieden“ zeigte sich   Wolfgang Droll in der  Haagener Sitzung mit der Entwicklung der im Juli 2016 eingerichteten Buslinie 10, dem so genannten „Ortsbus“. Die Linie, die mit Großraum-Pkws der Firma Maxitaxi betrieben wird, verbindet im Stundentakt die Ortsteile Brombach, Hauingen und Haagen in drei Schleifen. Hatten im August 2016 nur 307 Fahrgäste das Angebot genutzt, waren es ein Jahr später bereits 425. Und im vergangenen Winter, so Droll, lagen die Zahlen noch deutlich höher. Spitzenreiter war der März mit 665 Mitfahrern.

 Arne Lüers, bei den Stadtwerken für Mobilität zuständig, freute sich, dass das „System innerhalb der Ortsteile flächendeckend nachgefragt“ werde. An den zahlreichen Haltestellen  werde überall eingestiegen. Ralf Meier (Freie Wähler) attestierte der Linie Pünktlichkeit. „Es ist aber kein Bus“, kritisierte er den Betrieb mit Autos. Das Ziel, entgegnete Droll, bestehe darin, die Strecke letztlich mit einem Neunsitzer zu betreiben.
Angeregt worden war die Einführung des Ortsbusses durch ein Stadtbusgutachten des Büros PTV aus Karlsruhe, dessen Abschlussbericht Droll bei der Sitzung skizzierte. Im Bericht wird angeregt, das Angebot der für Haagen wichtigen Buslinie 16 im Abend- und Wochenendverkehr auszubauen.

Ortsvorsteher Horst Simon hielt es darüber hinaus für wünschenswert, deren Taktung im Zuge des binnen zehn Jahren zu erwartenden starken Bevölkerungswachstums  zu erhöhen. Allerdings hält nicht die Stadt die Konzession für den Bus, sondern die Südwestdeutsche Verkehrs-Aktiengesellschaft (SWEG).

Erfreuliches Ergebnis nach einem Jahr

Hauingens Ortsvorsteher Günther Schlecht wertete es als Erfolg, dass der neue Ortsbus gut angenommen wird: „Bei der Linie 10 haben wir nach einem Jahr ein erfreuliches Ergebnis.“ Er betonte aber auch, dass ein guter öffentlicher Personennahverkehr nicht zum Nulltarif zu haben sei und forderte, dass für weitere Verbesserungen Geld im Haushalt 2018 bereitgestellt wird.

Die Gutachter von PTV empfehlen zusätzliche Maßnahmen, wie Arne Lüers vorstellte: Damit die Bürger die Stadtbusse besser wahrnehmen, sollen sie unter anderem  ein einheitliches Erscheinungsbild erhalten. Außerdem sollen an wichtigen Haltestellen in der Innenstadt und an Umsteigepunkten zur S-Bahn Anzeigen eingerichtet werden, die Fahrgäste über die tatsächliche Ankunftszeit der Busse informieren.

Um Verspätungen zu vermeiden, soll es außerdem eine Vorrangregelung für Busse an ausgesuchten Ampeln geben. Für das Fahrgastinformationssystem und die Vorrangregelung an den Ampeln müssen die Busse mit Bordcomputern und die Ampeln mit Steuermodulen ausgestattet werden, wie Lüers berichtete.  Außerdem sollen die Buslinien in der Innenstadt optimieret werden.

„Das alles kostet eine Stange Geld“, meinte Jürgen Weltin (CDU) und befürchtete, dass sich die Fahrpreise erhöhen. Arne Lüers rief in Erinnerung: Im Jahr 2016 habe der Gemeinderat entschieden, lieber zusätzlich Geld für neue Busse auszugeben, anstatt die Fahrpreise günstiger zu machen.

Auf Nachfrage von Gerd Turowski (CDU) berichtete Lüers, dass die Fahrgastzahlen im Ortssbus leicht ansteigen. Während im August 2016 erst 307 Leute mitfuhren, waren es im August 2017 schon 450. Außerhalb der Ferien fahren bis zu 665 Menschen im Monat mit.  Eva Peterik (SPD) forderte, dass die Stadt für die überfüllten Schulbusse eine Lösung findet.

Keine Erhöhung der Fahrpreise geplant

Die Kostenfrage spielte auch im Brombacher Rat eine Rolle:   Herbert Piorr (CDU) wollte von Wolfgang Droll wissen, ob durch die technischen Neuerungen wie der dynamischen Fahrgastinformation oder der Vorrangregelung an Ampelanlagen die Fahrpreise steigen werden. Aber auch Droll beruhigte: „Die Investitionen werden aus dem Etat der Stadtwerke bezahlt und belasten nicht die Kassen des Regio Verkehrsverbundes Lörrach.“

Manfred Meier (Freie Wähler) fragte nach dem Umweltschutz – Stichwort „E-Busse“. Wegen der Reichweite und den Ladezeiten kämen eher Hybridbusse in Frage, meinte Droll. Man sei  zwar im Gespräch, für eine Entscheidung sei es aber noch viel zu früh.

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