Lörrach Carl-Keller-Weg: Grüne fordern Umbenennung

Die Oberbadische
Der Carl-Keller-Weg am Hünerberg soll nach Meinung der Grünen umbenannt werden. Foto: Kristoff Meller

Lörrach - Lörracher Persönlichkeiten und deren Wirken während der Zeit des Nationalsozialismus sollen kritisch untersucht werden. Das fordert die Fraktion der Grünen im Gemeinderat.

„Werden nach diesen Persönlichkeiten Straßen und Plätze benannt, so müssen diese Persönlichkeiten den ethischen und humanitären Vorstellungen unserer Gesellschaft entsprechen. Ist dies nicht der Fall, dürfen diese Persönlichkeiten im öffentlichen Raum keine Identifikationsfläche mehr bieten“, schreibt Stadträtin Tanja Reinhardt-Albiez in einer Mitteilung der Grünen.

199 Personen verletzt

Weiter heißt es: „Dies betrifft auch den bis 1945 am Krankenhaus Lörrach amtierenden Chefarzt Carl Keller, nach dem 1963 ein Weg in unserer Stadt benannt wurde. Wie der Radiologe Dr. Johann Faltum in seiner Dissertation jüngst gezeigt hat, setzte Keller während der NS-Zeit die rassenideologisch motivierten, verbrecherischen Gesetze zur Zwangssterilisation am Lörracher Krankenhaus eigenhändig und aktiv um, indem er mindestens 199 Personen durch medizinisch nicht indizierte Operationen an Körper und Seele verletzte.

Ein solches Handeln ist weder mit dem ärztlichen Berufsethos noch mit der Menschenwürde der Betroffenen vereinbar. Daher erachten wir, die Fraktion der Grünen, die Umbenennung des Carl-Keller-Weges für unumgänglich.“

Die Fraktion der Grünen betont in diesem Zusammenhang, dass sie die Stadt darin unterstützt, eine lebendige Erinnerungskultur in der Stadtgesellschaft zu etablieren. „Wir begrüßen das städtische Motto ’Erinnern statt vergessen’, denn es fordert die Lörracher Bürgerinnen und Bürger dazu auf, die Geschichte ihrer Stadt immer wieder neu zu beleuchten.“

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