Lörrach Chance für Lutz und Lörrach

Bernhard Konrad
Die Suche nach dem Kompromiss zwischen Investition und Sparzwang wird nochmals an Bedeutung gewinnen und ein prägendes Element der nächsten Amtsperiode von Jörg Lutz sein. Foto: Kristoff Meller

Von Bernhard Konrad

Lörrach. Es war der erwartet klare Sieg des Amtsinhabers gegen zwei Außenseiterkandidaten.

Die Wahl von Jörg Lutz bedeutet Kontinuität, eiserne Sachlichkeit und Wille zum Ausgleich in einer Situation, die für Lörrach mit massiven Herausforderungen verbunden ist. Das sind insbesondere in der gegenwärtigen Lage gewiss nicht die schlechtesten Eigenschaften, um die Stadt zu führen.

Lutz hat sich im Wahlkampf nicht zu leeren Versprechen hinreißen lassen und erklärt, was nach seiner Auffassung künftig wohl geht und was nicht – und damit sein Profil geschärft. Die Suche nach dem Kompromiss zwischen Investition und Sparzwang wird nochmals an Bedeutung gewinnen und ein prägendes Element seiner nächsten Amtsperiode sein.

Mitunter wird Lutz als OB des Zauderns und Zögerns beschrieben. Das stimmt im Einzelfall, aber bei näherer Betrachtung kann diese Behauptung nicht aufrecht erhalten werden: In den vergangenen acht Jahren wurde unter anderem in Wohnungsbau, Schulentwicklung, Kinderbetreuung, Klinikplanung, Seniorenarbeit und den ÖPNV investiert – und er arbeitet sich dabei auch an konfliktträchtigen Themen ab. Dass diese Prozesse – auch durch Corona – nicht ohne Korrekturen, Rückschläge und Kontroversen vonstatten gingen, liegt auf der Hand.

Berücksichtigen muss Lutz ebenso wie Monika Neuhöfer-Avdic die mehrmals angemahnte Verbesserung der Kommunikation mit dem Gemeinderat und anderen städtischen Akteuren. Zudem muss die Kommune im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles dafür tun, um den weiteren Abgang von Mitarbeitern zu vermeiden. Diesen stehen spannende Zeiten bevor: So warten etwa mit der Entwicklung des Gewerbegebiets Lauffenmühle und des Wandel-Areals rund ums alte Kreisklinikum riesige Herausforderungen auf die Stadt – und damit neue Chancen.

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