Lörrach Chancen für die Innenstadt

Gabriele Hauger

Lörrach soll eine neue Balance finden, die Innenstadt attraktiv und besuchenswert sein. Um dies zu bewahren, gar zu steigern, tagte gestern der neu gegründete Straßenbeirat mit Mitgliedern aus Handel, Anwohnerschaft und Bürgern. Vorgestellt wurde dabei die nächste Woche startende Bürgerbefragung zur Situation in der Innenstadt, fokussiert auf den Bereich zwischen Senigallia- und Marktplatz.

Von Gabriele Hauger

Lörrach. Zur Erinnerung: Unter dem Titel „Neue Balance finden“ hat die Lörracher Wirtschaftsförderung gemeinsam mit dem Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung ein Konzept für die Jahre 2022 bis 2025 erarbeitet. Projektgebiet ist die Tumringer Straße.

Ziel ist es, auch Immobilieneigentümer von außerhalb mit ins Boot zu holen und gemeinsam mit Stadt, Mietern, Geschäftsleuten, sozialen Einrichtungen, Verbänden und Bürgern neue Ideen zu entwickeln: Wie können Leerstände vermieden, wie der Straßenzug belebt, wie die Innenstadt an den Klimawandel angepasst werden? Reichlich Diskussionsstoff also. „Wir wollen die Menschen einladen, uns bei der Zukunftsentwicklung der Stadt zu begleiten und auf dieser offenen Plattform ihre Ideen einzubringen“, sagt Wirtschaftsförderin Marion Ziegler-Jung.

Einleitend in die gestrige Online-Sitzung, moderiert von Susanne Teichmanis, freute sich Oberbürgermeister Jörg Lutz, dass das Projekt mit der Gründung des Straßenbeirats einen Schritt vorankomme. Zusätzliche Mitwirkende seien willkommen: „Wir laden ein zum Mitdenken und Mitwirken.“

Zentrale Nord-Süd-Achse

Der Fokus des Straßenbeirats liegt auf der zentralen Nord-Süd-Achse der Stadt, rund 600 Meter lang.

Im Zentrum stand die Vorstellung des Fragebogens an die Bürger, der vom Büro Accocella entwickelt und von Marthe Bernhard vorgestellt wurde. Zwischen dem 30. Juni und dem 2. Juli sollen mehrere hundert Passanten in Lörrach direkt vor Ort befragt werden. Außerdem werden einen Monat lang Online-Fragebögen mit ähnlichem Inhalt freigeschaltet.

Was wird gefragt?

Zunächst sollen Gründe des Besuchs der City eruiert werden (Arztbesuch, Zufall, Veranstaltung, Einkauf). Des Weiteren die Häufigkeit von Stadtbesuchen und die Gründe dafür. Wie die Stadt erreicht wurde (Rad, Auto, ÖPNV) und wo geparkt wurde, gehört ebenfalls zum Fragenkatalog. „Wie oft sind Sie in der Innenstadt? Häufiger als vor Corona? Wie viel Zeit planen Sie ein?“ sind weitere Fragen. „Haben Sie Veränderungen wahrgenommen und wenn ja, welche (mehr Leerstände, weniger Gastronomie, mehr Verschmutzung)“ – hier erwartet man sich aufschlussreiche Antworten. Gefragt wird auch nach dem Kaufverhalten.

Und: „Was hat Sie in Lörrach speziell in diesem Straßenzug begeistert beziehungsweise was nicht?“ Hier werden eigene Formulierungen erfragt ebenso bei „Was braucht es hier für die Zukunft?“

Die Mitglieder des Straßenbeirats konnten in puncto Fragestellung noch einige Anregungen geben. So monierte Peter Vogl, dass auch nach der Erreichbarkeit der Innenstadt gefragt werden müsse, das liege den Einzelhändlern sehr am Herzen. Konkretere Fragen zur Wichtigkeit des Themas Nachhaltigkeit wünschte sich Evelyne Liebert vom „Schüttwerk“. Und Andreas Berlin, Inhaber der Agentur unknown?, hätte sich mehr Lörrach-spezifische Fragen gewünscht. Die Vorschläge werden eventuell noch kurzfristig eingearbeitet.

Fahrplan

Wie geht es weiter? Zunächst steht das Sommerfest am 9./10. Juli an. Aus diesem Anlass werden am Bahnhofsplatz Sonnenliegen aufgebaut, und es soll beobachtet werden, wie intensiv diese genutzt werden – wie wichtig also konsumfreier Aufenthalt für die Menschen in Lörrach ist, erläuterte Marion Ziegler-Jung. Danach sollen die Liegen über den Sommer an den Senser Platz wandern und dort eventuell dauerhaft platziert werden.

Ab August ist eine Frequenzmessung mittels Handy-Tracking an acht Orten in der Stadt geplant. Diese sollen die Laufwege der Stadtbesucher darstellen. Zudem wird eine Nutzungskartierung erfolgen. Mitarbeiter werden im Juli in der Innenstadt erfragen, wie die Gebäude genutzt werden (Geschäft, Wohnung, Bank, Gastronomie).

Die nächste Sitzung des Straßenbeirats – gerne mit neuen Interessenten – findet im Oktober statt. Dann werden die Ergebnisse der Befragung vorgestellt und analysiert. Und es sollen konkrete Maßnahmen entwickelt werden.

  • Bewertung
    2

Umfrage

Siegfried Russwurm

Rente mit 70 oder 42-Stunden-Woche? Wegen des Fachkräftemangels schlägt BDI-Präsident Siegfried Russwurm die Einführung der 42-Stunden-Woche für alle vor. Was halten Sie davon?

Ergebnis anzeigen
loading