Lörrach Corona-Lage an Schulen noch entspannt

Gabriele Hauger und Bernhard Konrad

Lörrach - Die Zahl der Corona-Infektionen steigt massiv an. Auch Schulen stellt diese Situation vor Herausforderungen: Permanent muss mit neuen Fällen, Quarantäne-Anordnungen, Klassenschließungen oder dem Fehlen von Lehrkräften gerechnet werden. Dennoch ist die Lage an Lörracher Schulen derzeit relativ entspannt – mit Ausnahmen.

Am größten Gymnasium Südbadens hält sich das Infektionsgeschehen gegenwärtig in Grenzen.

Hans-Thoma-Gymnasium

Bislang sind am Hans-Thoma-Gymnasium (HTG) hin und wieder Einzelfälle aufgetreten, ein tatsächliches „Ausbruchsgeschehen“ sei derzeit aber ausschließlich in einer achten Klasse zu verzeichnen, sagt Direktor Frank Braun. Das heißt konkret: Mindestens fünf Schüler oder 20 Prozent der Schüler eines Klassenverbands wurden positiv PCR-getestet. In diesem Fall bleibt die gesamte Klasse für die Dauer von fünf Schultagen zuhause und wird dort beschult. Das Infektionsgeschehen habe sich am HTG aber nicht auf die gesamte Klassenstufe übertragen, so Braun.

Bei einzelnen Corona-Fällen gilt: Sobald ein positiver Test vorliegt, wird die Klasse täglich getestet und fünf Schultage ausschließlich in ihrem Verband unterrichtet.

Der Standardrhythmus für die Testangebote ist Montag, Mittwoch und Freitag.

Die moderate Situation am HTG führt Braun auch auf die Elternschaft zurück, die außerordentlich kooperativ und aufmerksam mitarbeite, rasch auf positive Fälle reagiere und so handle, dass weitere Infektionen möglichst vermieden werden.

Auch bei den Lehrern ist die Corona-Situation derzeit entspannt: Lediglich eine Lehrerin befinde sich in Quarantäne.

Hebel-Gymnasium

Am Hebel-Gymnasium hat das Infektionsgeschehen zuletzt etwas an Dynamik gewonnen. Dort werden derzeit elf Klassen aufgrund positiver Tests ausschließlich im Verband unterrichtet, sagte Schulleiterin Stefanie Müller. Ein „Ausbruchsgeschehen“ ist am „Hebel“ nicht zu verzeichnen.

Im Lehrerkollegium gibt es derzeit keine personellen Einschränkung durch Corona-Infektionen. Indes weist Müller darauf hin, dass sich die Dinge angesichts der Gesamtlage rasch ändern können.

Gemeinschaftsschule

„Nach einem unerwartet ruhigen Start nach den Weihnachtsferien hat das Thema ’Corona’ nun Fahrt aufgenommen und in dieser Woche deutlich seine Spuren hinterlassen“, erläutert David Weber, Schulleiter der Albert-Schweitzer-Gemeinschaftsschule. Die Anzahl der Positiv-Fälle bei den täglichen Testungen habe sich mehr als verdoppelt, ein Großteil davon sei PCR-positiv bestätigt worden. „Dazu erhalten wir verstärkt Meldungen von Positivtestungen im heimischen Umfeld“, sagt Weber. Der aktuelle Stand der Dinge sei derzeit im steten Wandel begriffen.

Aufgrund einer Verdichtung von Corona-Fallzahlen wurde eine Grundschulklasse für drei Tage zu Hause unterrichtet – nach vorheriger Rücksprache mit Schulamt und Gesundheitsamt. „Etliche andere Klassen über beide Schularten hinweg waren von begrenzten Ausfällen und/oder Vertretungen betroffen“, so Weber.

Der krankheitsbedingte Ausfall im Bereich Personal sei in dieser Zeit ohnehin hoch; aktuell seien zwei Kollegen auch wegen positiver Corona-Tests in Isolation. Weber: „Die Ausfälle sind nur schwer zu kompensieren, das Kollegium geht auf dem Zahnfleisch.“

Theodor-Heuss-Realschule

An der Theodor- Heuss-Realschule sei nahezu jede Klasse von Corona-Infektionen betroffen, indes befinde sich nur eine im Fernunterricht, sagt Rektorin Sonja Mohren. Der Schulbetrieb laufe stabil. Im Lehrerkollegium gibt es aktuell zwei Fälle.

Hellbergschule

Seit zwei Tagen explodieren die Infektionszahlen an der Hellbergschule. „Die Lage ist angespannt“, sagt Rektorin Petra Sauer – und gesteht, dass sie gestern am Rande der Verzweiflung war. Fünf Klassen von insgesamt 21 sind in Quarantäne. Von den Lehrkräften fehlte glücklicherweise bislang nur eine coronabedingt. Die Schulleiterin hofft, dass das möglichst so bleibt, um den laufenden Fernlernprozess aufrechterhalten zu können. Einen Strich durch die Rechnung macht allerdings die schlechte Internet-Verbindung an der Schule. „Wenn das Internet streikt, wird die Koordination schwierig, was die Lage zusätzlich verschärft.“

Neben den Klassen in Quarantäne liegen aktuell in allen anderen Klassen außer der siebten Stufe positive Fälle vor, meint Sauer. Nun gelte es, die Nerven zu bewahren. Denn die Lage könnte sich weiter zuspitzen. „Wir liegen in einigen weiteren Klassen an der Grenze.“ Da genüge ein weiterer Fall, dass die Klasse vom Gesundheitsamt geschlossen werde: „Wir sind um jeden Tag froh, an dem wir den Kindern Präsenzunterricht bieten können.“

Neumattschule

Auf die volle Zahl an Lehrkräften kann aktuell die Neumattschule bauen. „Wir haben da keine Infektionen“, freut sich Rektorin Karin Henninger. Seit dieser Woche gebe es unter den Schülern einzelne Infektionsfälle in verschiedenen Klassen, die aber keine Klassenschließung nach sich zögen: „Die Fallzahlen sind niedrig“. Um so sorgfältiger setzt die Schule daher auch alle Hygiene- und Testregelungen um – in der Hoffnung, dass die Infektionslage auch weiterhin ruhig bleibt.

Freie Evangelische Schule

An der Freien Evangelischen Schule (FES) befindet sich derzeit eine Klasse im Fernunterricht. Ansonsten waren hier und da Einzelfälle zu verzeichnen, die sich aber nicht auf den Schulbetrieb auswirkten, sagt Raphael Senn, Verwaltungsmitarbeiter an der FES. Auch die Situation im Lehrerkollegium sei unproblematisch.

Freie Waldorfschule

Entspannt gestaltet sich die Situation auch an der Freien Waldorfschule. „Bei uns ist es ruhig – noch“, sagt Geschäftsführerin Valérie Ralle. Ein paar Kinder seien aufgrund von Infektionen erst gar nicht aus den Weihnachtsferien in die Schule zurückgekehrt. Ansonsten sei die Infektionslage überschaubar. Keine Klasse ist in Quarantäne, sondern nur vereinzelt Schüler sowie eine Lehrerin. „Ich hoffe, dass das so bleibt, aber man weiß ja, wie schnell sich die Lage ändern kann“, sagt Ralle. Sie baut jedoch auf das umfangreiche und strenge Hygienekonzept an ihrer Schule.

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