Lörrach „Da muss man einfach dabei sein“

Der Hemdglunki in Brombach erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Foto: Gerd Lustig Foto: Die Oberbadische

Von Gerd Lustig

Lörrach-Brombach. Es mag zwar etwas angestaubt und aus der Mode gekommen sein. Doch einmal im Jahr ist man mit diesem Kleidungsstück ganz weit vorne, es ist geradezu ein Muss: Das Nachthemd, hierzulande auch liebenswert Hemdglunki genannt.

Auch im Ortsteil Brombach war am Donnerstag wieder eine ganze Heerschar von Trägern dieser Nachtgewänder unterwegs, um dem vor Jahren eingeführten Brauch der Guggenmusik „Oktave Chratzer Brombach (OCB)“ zu huldigen. Treffpunkt war zunächst der Schlosspark beim Rathaus. Hier gab es zuerst einen kleinen Hemdglunki-Umzug durchs Dorf. Am Anfang und am Ende sorgte die örtliche Feuerwehr für sicheres Geleit. Später sorgten die mitlaufenden Guggemusiken im Park bei einem Platzkonzert für Stimmung. Die OCB schmetterten dabei ihre teils schrägen Töne ebenso leidenschaftlich in den Nachthimmel wie die „Quarkdäsche“ aus Weil am Rhein oder die „Ohreputzer“ aus Lörrach. Für allgemeine Erheiterung sorgte zudem die zünftige Taufe von drei neuen OCB-Aktiven.

Derweil kümmerten sich unter anderem die Hellberg-Hexen um die Bewirtung. „Es ist eine schöne Veranstaltung, da sind wir gerne dabei“, erklärte Ingo Wilhelms, der früher viele Jahre lang Vorsitzender der Clique war. Gerade wenn einige Vereine für eine Veranstaltung zusammenspannten, sorge das für einen guten Zusammenhalt im Ortsteil. „Es ist ein wunderbarer Event, gerade für Familien“, lobte ein Vater. „Hemdglunki ist schön, da muss man einfach dabei sein“, machte Christian Sahner deutlich.

Ungewissheit über Nutzung der Mehrzweckhalle

„Wir freuen uns, dass unsere Veranstaltung nach wie vor hoch im Kurs steht“, sagte „Chratzer“-Schlagzeuger Emanuele Orlando. Für schade befindet er es nur, dass die Stadt Lörrach die Cliquen und Vereine weiterhin im Ungewissen lässt, ob die Türen in der neuen Brombacher Mehrzweckhalle für Fasnächtler offen stehen werden oder nicht.

Die Veranstaltung im Schlosspark war im Übrigen nur der Aufgalopp für das, was später folgte: die Glunki-Party in der Alten Halle. Hier wechselten sich Guggentöne mit gängigen Gassenhauern und Hits ab, so dass Partyfreaks und Tanzbegeisterte auf ihre Kosten kamen.

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