Lörrach Damit die Tierwelt „mobil“ bleibt

Bei der Eröffnung der Wanderausstellung „Mobil“ (v. l.): Agneta Obert, Markus Mayer, Britta Staub-Abt, Monika Neuhöfer-Avdic und Astrid Deek. Foto: Peter Ade

Lörrach - Natur und Umwelt kennen keine Grenzen. Eine Zerschneidung von Wiesen und Wäldern – etwa durch Gewerbeflächen und Verkehr – hätte weitreichende Folgen für den Austausch zwischen Tier- und Pflanzenpopulation.

Dem Thema widmet sich die Wanderausstellung der Modellregion Biotopverbund Markgräflerland (Mobil). Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic eröffnete die Schau am Donnerstag im Foyer des Rathauses und würdigte den engagierten Einsatz des Trinationalen Umweltzentrums (TRUZ).

Mobil-Projektleiter Markus Mayer und Astrid Deek vom TRUZ wiesen darauf hin, dass das Markgräflerland zwischen Schwarzwald und Rhein eine große Vielfalt an Lebensräumen für seltene Tier- und Pflanzenarten beherberge – von der „Trockenaue“ mit lichten Wäldern und Magerrasen bis zur Vorbergzone mit bunten (Obst-) Wiesen und Weinbergen.

Die Lebensräume seien vor allem in der Rheinebene durch Siedlungs- und Gewerbeflächen, Verkehrsachsen und landwirtschaftlich intensiv genutzte Flächen getrennt. Dies habe nachteilige Auswirkungen für viele Tier- und Pflanzenarten. So hat zum Beispiel die Wildkatze große Probleme, von der Rheinaue in den Schwarzwald zu kommen: „Wenn sie nicht überfahren wird, hat sie noch die ausgedehnten landwirtschaftlichen Flächen zu überwinden.“

Markgräflerland ist Modellregion

Ziel des landesweiten Biotopverbundes ist es, die Landschaft für Tiere und Pflanzen wieder durchgängig zu machen, die ökologischen Wechselbeziehungen zu bewahren, wiederherzustellen und neu zu entwickeln.

Das Markgräflerland ist Modellregion. Dabei geht es nicht um die Ausweisung neuer Schutzgebiete, sondern um die Erkundung verschiedener Möglichkeiten der freiwilligen Umsetzung, zum Beispiel über Ausgleichs- und Ökokontomaßnahmen.

Die Stadt begrüße und unterstütze das Projekt, versicherten Bürgermeisterin Neuhöfer-Avdic sowie die Fachbereichsleiterin Umwelt und Klimaschutz, Britta Staub-Abt. Im Rahmen des Mobil-Projekts seien – zum Teil von Schülern der Grundschule Tumringen – auf vier Privatgrundstücken am Tüllinger Berg 46 Obstbaum-Hochstämme gepflanzt worden (wir berichteten).

Deek beschrieb den „Tüllinger“ als wertvollen Lebensraum für seltene Vogelarten wie Zaunammer, Neuntöter, Wendehals, Grau- und Mittelspecht. Das TRUZ koordiniere die Neupflanzung von Streuobstwiesen und den fachgerechten Schnitt alter Obstbäume. Obendrein berate man Grundstücksbesitzer und Kleingärtner über Fördermöglichkeiten.

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