Lörrach - Das Schülerforschungszentrum Phaenovum will seine Angebote erweitern, um noch mehr Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaften zu begeistern. In der Neumattschule arbeitet seit Oktober eine offene Physikwerkstatt. Außerdem gibt es Pläne für eine Sternwarte.

Bei der Mitgliederversammlung des Trägervereins gab es aber auch eine Diskussion, inwieweit das Phaenovum seine Basisangebote ausbauen und Spitzenförderung betreiben sollte.

Im Schuljahr 2017/18 nahmen mehr als 1000 Kinder und Jugendliche an den Angeboten des Phaenovum teil. Das Schülerforschungszentrum bietet Kurse für Schulklassen und Grundlagenkurse an.

Bei der Versammlung berichteten Hermann Klein (Physik/Nano-Wissenschaften) und Christine Talke-Messerer (Biologie/Chemie/Life-Sciences) aber auch von Erfolgen ihrer Schützlinge bei „Jugend forscht“ und bei internationalen Wettbewerben. So gewannen zwei Phaenovum-Schüler mit ihrem „Pill-O-Mat“, der die Medikamente für Patienten automatisch dosiert, einen Sonderpreis beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“.

Als seinen schönsten Erfolg bezeichnete es Klein, dass die Kultusministerkonferenz das Hans-Thoma-Gymnasium wegen seiner Zusammenarbeit mit dem Phaenovum als zweitbeste „Jugend forscht“-Schule auszeichnete. Beim Roboter-Wettbewerb des Phaenovum „RoboRave“ nahmen in diesem Jahr erstmals Mannschaften aus Polen und China teil.

Klein erhielt von der Versammlung Zustimmung für seine Idee, eine Schülersternwarte zu bauen (wir berichteten). Christina Neu informierte über die offene Physikwerkstatt in der Neumattschule. Sie hilft dort zusammen mit einem Kollegen jungen Forschern, ihre Vorhaben praktisch umzusetzen.

Christine Talke-Messerer vermisste allerdings ein pädagogisches Konzept für die Werkstatt. Das Phaenovum laufe Gefahr, sich mit zu vielen Angeboten zu verzetteln und die Spitzenförderung zu vernachlässigen, warnten Talke-Messerer und Klein. Lars Möllendorf (IT/Robotik) und Christina Neu fanden es dagegen wichtig, mit allen Schultypen zusammen zu arbeiten.

Dies sah Jörg Lutz, Oberbürgermeister und Vorsitzender des Trägervereins, genauso. Auch wenn die Finanzen der Stadt begrenzt seien, solle das Phaenovum gleichzeitig seine Spitzenposition unter den Schülerforschungszentren behalten, betonte er.

Die Stadt Lörrach finanziert mit rund 100 000 Euro im Jahr Geschäftsführung und Verwaltung des Schülerforschungszentrums. Für die neue Physikwerkstatt schießt die Verwaltung 40 000 Euro zu. Auch Firmen aus der Region tragen zur Finanzierung bei.

Die geplanten Vorstandswahlen fanden nicht statt, da sie in der Einladung nicht angekündigt worden waren.