Lörrach „Das Arbeiten im Freien ist mein Ding“

14 000 junge Eichen pflanzten Christian Herbster und seine Kollegen im vergangenen Jahr. Foto: Regine Ounas-Kräusel Foto: Die Oberbadische

Von Regine Ounas-Kräusel

Lörrach. Christian Herbster ist seit 42 Jahren als Waldarbeiter im Stadtwald von Lörrach tätig. Im Jahr 1977 war der damals 16-Jährige der Erste, der bei der Stadt eine formelle Ausbildung zum Forstwirt begann.

Er sei auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen, erzählt der große kräftige Mann: „Das Arbeiten im Freien ist mein Ding.“

Im Lörracher Stadtwald wachsen auf 12 000 Hektar Laubbäume wie Buchen, Ahorn, Eichen, Eschen, Kirschen und wenige Nadelbäume wie Lärchen und Fichten. Christan Herbster erzählt auf einer Rundtour, die beim Parkplatz an der Adelhauser Straße startet und über den Gewann Jägerhütte zur Kreuzeiche und zur Bühler Hütte führt, von seinem Beruf.

Nässe, Kälte und Hitze gehörten zum Alltag eines Waldarbeiters, stellt er klar: „Man darf kein Weichei sein.“ Sein Beruf gefalle ihm, weil er so vielseitig sei. Im Gewann Jägerhütte hält er an einer Fläche mit jungen Eichen in weißen Schutzmanschetten an. 14 000 Bäumchen habe man 2018 gepflanzt und 15 000 im Jahr davor, berichtet er. Herbster und seine drei Kollegen mähen diese Flächen regelmäßig, damit Gras und Gestrüpp die Bäumchen nicht überwuchern.

Von Oktober bis März oder April sind die Forstwirte mit der Motorsäge in der Holzernte beschäftigt. Im vergangenen Jahr habe man viele Eschen wegen der Krankheit Eschensterben gefällt, berichtet er. Regelmäßig kontrolliere man die Fichten, weil sich der Borkenkäfer wegen der trockenen und heißen Sommer 2018 und 2019 explosionsartig vermehrt habe.

Ob sich die robusten Eichen, die wegen des Klimawandels verstärkt angepflanzt werden, auch dann bewähren, wenn es mehrere trockene und heiße Sommer hintereinander gibt, müsse man abzuwarten, sagt der erfahrene Forstwirt.

Zu den Aufgaben der Waldarbeiter gehört auch die Durchforstung des Waldes. Damit gesunde und astfreie Bäume heranwachsen können, entfernen sie krumme, kranke oder einfach ungeeignete Bäume. Außerdem hauen sie Rückegassen für die Holzernte frei und pflegen Wege.

Für die Waldbesucher bauen und reparieren die Waldarbeiter Schutzhütten, Tische, Bänke und halten Grillstellen in Schuss. Man müsse handwerklich geschickt sein für diese Tätigkeiten, sagt Herbster. Dann erzählte er, wie viel Freude es ihm macht, wenn Baumbestände, um die er sich kümmert, gut gedeihen, oder wenn er Rehe im Wald beobachtet.

Christian Herbster hat vor 40 Jahren bei der Stadt als Erster eine formelle Ausbildung zum Forstwirt gemacht. Früher seien zum Beispiel Landwirte im Wald tätig gewesen, erzählt er. Der Familienvater und zweifache Großvater ist heute Vorarbeiter im Stadtwald. Auch seine drei Kollegen arbeiten schon seit mindestens zehn Jahren dort. „Wir können uns fast blind aufeinander verlassen. Einer schaut auf den anderen“, sagt er. Bei der gefährlichen Holzernte sei das besonders wichtig.

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