Lörrach Das Geschäft brummt nicht

Lörrach - Der Lörracher Einzelhandel steckt in einer schwierigen Lage. Der Teil-Shutdown führt zu erheblichen Umsatzeinbußen. Einige Geschäfte werden endgültig schließen (wir berichteten). Andere haben vorübergehend zugesperrt, weil die Kundenfrequenz stark nachgelassen hat und der Betrieb sich nicht lohnt.

„Ich glaube immer noch, dass es uns gelingt, mit unserer Attraktivität und Vielfalt einigermaßen gut durch die Krise zu kommen“, zeigt sich Wirtschaftsförderin Marion Ziegler-Jung nach wie vor hoffnungsvoll.

Derzeit aber sieht es nicht gut aus. In normalen Jahren brummt es um diese Zeit im Einzelhandel. Wintermode wird eingekauft und das Weihnachtsgeschäft läuft an. Doch in Corona-Zeiten ist vieles anders. In der Turmstraße schließen zwei Geschäfte, in der Galerie Am Alten Markt ebenfalls. Einige weitere haben die Ladentüren vorübergehend geschlossen, weil die geringe Zahl an Kunden ein betriebswirtschaftlich sinnvolles Arbeiten nicht ermöglicht.

Im Oktober hatte Marion Ziegler-Jung, die sich seit Jahrzehnten bestens im Lörracher Einzelhandel auskennt, „noch Hoffnung, weil die Kundenfrequenz nach schwierigen Monaten wieder deutlich zugenommen hatte.“

Doch dieser Aufschwung wurde mit dem Teil-Shutdown Anfang November wieder zunichte gemacht. Nicht weil die Geschäfte, sondern die Gastronomie schließen musste.

Schon damals schwante Hans-Werner Breuer, Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes Pro Lörrach, nichts Gutes: „Wenn die Kunden in der Stadt sich nicht mehr hinsetzen und keinen Kaffee mehr trinken oder etwas essen können, dann verspüren sie auch keine Lust, einzukaufen. Dann besorgen sie nur das Notwendigste und fahren nach Hause. Insofern ist auch der Einzelhandel, der geöffnet haben darf, von den Einschränkungen stark betroffen.“

Laut Ziegler-Jung gilt dies nicht in gleichem Maße für alle Sortimente. Die Modegeschäfte seien sicher stärker gebeutelt, zumal der November für sie ein wichtiger Umsatz-Monat sei.

Für die Schließung von Geschäften will die Wirtschaftsförderin außerdem nicht nur die Pandemie verantwortlich machen. Es sei durchaus möglich, dass ein Geschäft schon vorher in Schwierigkeiten gewesen sei und die Shutdowns im Frühjahr und jetzt wieder „das Fass zum Überlaufen gebracht haben“. Auch auslaufende Mietverträge können ein Grund für eine Geschäftsaufgabe sein. Bei Ketten müsse noch die Gesamtstrategie von Konzernen berücksichtigt werden, nicht nur die Situation einer Filiale.

Auch die hohen Mieten in Lörrach, „die häufig an der oberen Kante vergleichbarer Städte angesiedelt sind“, bewertet Ziegler-Jung kritisch. Dennoch glaubt sie, „dass in unseren inhabergeführten Geschäften gute Kaufleute tätig sind, und dass diese durchhalten, denn das macht unsere Einzigartigkeit aus“.

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