Lörrach Debatte über Zukunft des IBA-Projekts

Demnächst wird das bereits begonnene IBA-Projekt „Am Zoll Lörrach / Riehen“ nochmals im Ausschuss für Umwelt und Technik erörtert. Foto: Kristoff Meller (Archiv)

Lörrach  - Die Fraktionen im Lörracher Gemeinderat haben sich in nichtöffentlicher Sitzung dafür ausgesprochen, am Beschluss für den Bau eines Museumsdepots festzuhalten.  Nun wird die Zukunft des IBA-Projekts „Am Zoll Lörrach / Riehen“ erörtert.

Die Debatte über die beiden bereits aufgegleisten Projekte war eine Folge der Corona-Krise: Wie andere Städte und Gemeinden auch, spürt Lörrach die fehlenden Einnahmen deutlich. Mit dem Neubau des Sammlungsdepots und dem IBA-Projekt „Am Zoll Lörrach / Riehen“ stellten Oberbürgermeister Jörg Lutz und Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic deshalb zwei Projekte auf den Prüfstand, die „theoretisch“ gestoppt werden könnten, so Lutz Ende Mai. Dies wurde ergebnisoffen zur politischen Diskussion gestellt.

Hinsichtlich des Sammlungsdepots haben sich die Kommunalpolitiker klar positioniert: Schon jetzt sind Honorare für zahlreiche Fachplaner und Architekten in Höhe von 650 000 Euro geflossen. Bei einem Projektstopp wären diese verloren – ebenso unwiederbringlich wie EU-Fördermittel in Höhe von knapp zwei Millionen Euro.

Zudem könnten die rund 50 000 Objekte der Sammlung auf längere Sicht in den derzeit angemieteten Räumen nicht fachgerecht gelagert werden, so Lutz am Mittwoch im Mediengespräch. Bei einer Professionalisierung der Rahmenbedingungen für die angemessene Aufbewahrung der Exponate würden die jährlichen Kosten nochmals steigen. Derzeit beträgt die Miete rund 120 000 Euro im Jahr. Mit einem Depot-Bau investiere die Stadt dagegen in Eigentum. Neuhöfer-Avdic versicherte, der Depot-Bau werde nun mit Nachdruck weiterverfolgt.

Nun wird das IBA-Projekt nochmals im Ausschuss für Umwelt und Technik erörtert. Seinen Ansatz beschreibt die Stadt in einer Medienmitteilung zum Realisierungswettbewerb: „Ziel war es unter anderem, einen vom Durchgangsverkehr geprägten Stadtraum städtebaulich, verkehrlich und freiräumlich aufzuwerten und somit für Fußgänger, Velofahrer und Anwohner attraktiver zu gestalten. Hierzu soll eine Umgestaltung der ehemaligen Bundesstraße Basler Straße auf Lörracher Seite zu einer Stadtstraße erfolgen und auch dem Aufenthalt mehr und besser gestalteter Raum zur Verfügung gestellt werden – nach dem Motto: Vom Straßenraum zum Lebensraum.“

Kurz: Auch dies ist ein wichtiges Projekt für Lörrach, bei dem ebenfalls trinationale Partnerschaften eingegangen wurden und bei einem Stopp Fördersummen auf dem Spiel stehen – in diesem Fall potenziell bis zu fünf Millionen Euro, sagte Neuhöfer-Avdic. Die Bürgermeisterin betonte, dass es sich bei diesem Vorhaben nicht ausschließlich ums Zoll-Quartier handle, sondern um den Bereich bis zum Stettener Bahnhof, indes sei die Stadt bei der Umsetzung dieses Projekts etwas flexibler.

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