Lörrach Den „Herrn der Ringe“ gesehen

Die Oberbadische
Foto: zVg Foto: Die Oberbadische

An der neuen „staernwarte“ des Schülerforschungszentrums Phænovum fand kürzlich im Rahmen des Sommerferienkursprogramms der erste Astronomiekurs statt. Neben einer Einführung in die Orientierung am Sternenhimmel wurde der Umgang mit Fernrohren in Theorie und Praxis vermittelt, und Hintergrundwissen wurde auch selbst erarbeitet, wie Teilnehmerin Saskia Lange in ihrem Bericht schildert.

Lörrach/Gersbach. Im Astronomie-Kurs, der von Pirmin Gohn sowie Hermann Klein vom Schülerforschungszentrum Phænovum geleitet wurde, lernten wir viel über den Nachthimmel und wie man ihn beobachten kann. Am ersten Tag beschäftigten wir uns intensiv mit Teleskopen (sogenannte Schmidt-Cassegrain-Teleskope 8 Zoll auf AVX-Montierungen, davon gab es gleich fünf Exemplare), lernten, wie man sie zusammenbaut und mit ihnen den Nachthimmel erkunden kann. Zudem machten wir uns mit der App „Stellarium“ vertraut und trugen interessante Informationen zu den acht Planeten aus unserem Sonnensystem zusammen.

Am Abend konnten wir dann live auf dem Sportplatz des Hans-Thoma-Gymnasium (HTG) erste Himmelsobjekte mit den Teleskopen beobachten. Allerdings bereitete ein herannahendes Gewitter dem Sterneschauen ein jähes Ende.

Am Donnerstag hatten wir erstmals die Gelegenheit, zu der erst kürzlich fertiggestellten „Staernwarte Gersbach“ zu fahren. Dort haben wir mit unseren gesammelten Informationen zu den Planeten ein eigenes Sonnensystem im passenden Maßstab gebaut. So bekamen wir ein Gefühl, wie groß unser Sonnensystem und die dazugehörigen Planeten im Vergleich wirklich sind.

Nebenbei berichteten Herr Gohn und Herr Klein uns noch spannende Fakten zu allen möglichen Bereichen aus unserem Sonnensystem und darüber hinaus. Wussten Sie zum Beispiel, dass der Neptun allein durch eine Berechnung entdeckt wurde oder dass die Venus einen extrem hohen Treibhauseffekt hat? Nach dieser Veranschaulichung erzählte uns Herr Gohn noch etwas zu dem Mittelpunkt unseres Sonnensystems, der Sonne. Herr Klein zeigte uns, wie eine Spiegelreflexkamera funktioniert, da wir in der Nacht Aufnahmen vom Sternenhimmel machen wollten.

Währenddessen stellte Herr Gohn das große Teleskop der Sternwarte so ein, dass wir uns einen Teil der Sonne sowohl im sogenannten Weisslicht als auch im H-Alpha-Licht anschauen konnten. Anschließend bekamen wir den Auftrag, zum genaueren Kennenlernen der Spiegelreflexkameras die Sternwarte zu fotografieren. Als es langsam dunkler wurde, bauten wir die aus Lörrach mitgebrachten fünf Teleskope auf und stellten die Kameras etwas abseits so hin, dass sie alleine alle paar Sekunden ein Bild vom Nachthimmel machten.

Wie am Montag verging auch am Donnerstag die Zeit viel zu schnell. Am Freitag trafen wir uns erst später und fuhren gleich wieder hoch nach Gersbach zur Sternwarte. Dort werteten wir die Bilder aus, die wir in der Nacht von den Sternen gemacht hatten und erhielten so wunderschöne Sternstrichspuraufnahmen. Danach bauten wir unsere mobilen Teleskope vor der Sternwarte auf und warteten auf die Dunkelheit. Leider war es am letzten Abend etwas wolkig, sodass wir kein richtiges „Sternenglück“ hatten. Dennoch konnten wir durch das große Teleskop in der Sternwarte sowohl Jupiter als auch den „Herrn der Ringe“ sehen, ebenso eine Reihe von anderen Himmelsobjekten, wie mehrere Kugelsternhaufen und Doppelsterne, darunter den wunderschönen Doppelstern „Albireo“.

Wie auch an den Tagen zuvor verging auch in der Staernwarte Gersbach die Zeit viel zu schnell. Ich glaube, ich spreche im Namen aller Kursteilnehmer, dass die drei Tage ein unvergessliches Erlebnis waren und wir viel über unser Universum dazu gelernt haben.

  Weitere Informationen zu Kursen und Anmeldung: www.phaenovum.eu/de/ angebote/kurse/

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