Lörrach - Das Schülerforschungszentrum Phaenovum will sein Angebot ständig erweitern, um Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaften zu begeistern. Als großes Projekt plant das Phaenovum nun eine Sternwarte in Lörrach oder der Umgebung, wie Hermann Klein, Fachbereichsleiter Physik bei der Mitgliederversammlung des Trägervereins am Montag vorstellte.

Die Astronomie sei für Kinder und Jugendliche der ideale Einstieg in die Naturwissenschaften, sagte Klein. Er erlebe immer wieder, wie Schüler, aber auch Erwachsene, von der Beobachtung des Sternenhimmels begeistert seien. Mit einer Sternwarte könne man Schüler für Astronomie und Naturwissenschaften begeistern, aber auch für das Phaenovum werben. In der Einrichtung könnten Schüler Himmelskörper beobachten und fotografieren, die Methoden der Astronomie wie die Spektroskopie erlernen und Projekte für „Jugend forscht“ durchführen.

Sternwarte im Unterricht nutzen

Das Phaenovum könnte Teil eines Netzwerkes von Schulen werden, die die Sternwarte im Unterricht nutzen, so Kleins Idee. Außerdem könnten Schüler mit Hobbyastronomen und Wissenschaftlern zusammenarbeiten. Astronomen suchten häufig Partner, die Himmelskörper für Forschungsprojekte langfristig beobachten.

Er habe im Wald bei Inzlingen bereits ein geeignetes Grundstück gefunden, berichtete Klein. Doch wegen Unstimmigkeiten mit Jägern und Bauern komme diese Fläche nun doch nicht in Frage. Diese hätten befürchtet, dass Wildschweine Felder verwüsten, wenn die Jäger nicht unterwegs sein können, weil Schüler in der Sternwarte sind.

Nun hat Hermann Klein zwei Standorte bei Lörrach in Aussicht. Die Erfahrungen in Schulen – etwa in Wuppertal – zeigten, dass eine Sternwarte trotz „Lichtverschmutzung“ auch in Stadtnähe betrieben werden könne.

Erste Zusagen zur Finanzierung hat das Phaenovum auch schon. Eine Stiftung will bei der Anschaffung der Teleskope helfen. Das Maulburger Unternehmen Busch hat 50 000 Euro für ein Gebäude zugesagt, ein weiterer Spender 15 000 Euro. Oberbürgermeister Jörg Lutz, der auch Vorsitzender des Phaenovum-Trägervereins ist, sagte ebenfalls die Unterstützung der Stadt zu.