Lörrach Der Beratungsbedarf steigt

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Die Nutzung der Schulsozialarbeit ist unterschiedlich und ist abhängig vom Angebot und den Bedarfen Foto: Matthias Balk/dpa

Im Kontext der Einschränkungen und Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kinder und Jugendlichen hat die Schulsozialarbeit ihr Angebot auch in digitalen Formaten entwickelt und angeboten, um für die Schüler erreichbar zu sein. Die Nutzung der Schulsozialarbeit ist unterschiedlich und ist abhängig vom Angebot und den Bedarfen.

Lörrach. Bei Informationstagen kann eine große Gruppe von Schülern erreicht werden oder bei Projekten einzelne oder mehrere Klassen, auch die Inanspruchnahme in Einzelfällen ist möglich, manchmal hilft auch schon ein einmaliger Kontakt. Insgesamt ist der Bedarf die vergangenen Jahre gestiegen, vor allem ist er vielfältiger geworden, heißt es von Seiten der Stadtverwaltung. „Gründe hierfür liegen in der Heterogenität der Gesellschaft und damit auch der erhöhten Heterogenität bei Kindern und Jugendlichen und der jeweiligen Problemlagen.“

Die Bedarfsschwerpunkte ändern sich auch: Waren es im Jahr 2015 fortfolgende Themen die durch Migrations- und Geflüchtetenbewegungen resultierten, braucht es aktuell Hilfe und Beratung bei coronabedingten Problemen.

Fund 300 000 Euro

Das jährliche Budget der Stadt Lörrach für den Bereich der Schulsozialarbeit liegt bei rund 300 000 Euro. Die räumliche Ausstattung für die Schulsozialarbeit an den Lörracher Schulen ist heterogen, so verfügt zum Beispiel die Schulsozialarbeit am Campus über eigene Räume in einem städtischen Gebäude, an anderen Schulen, wie der Schlossbergschule oder der Tumringer Grundschule über eigene extra dafür gestaltete Büros. An anderen Schulstandorten, wie beispielsweise der Grundschule Salzert, improvisieren die Fachkräfte wie auch die Kinder und finden Platz in multifunktionalen Räumen.

Vier Träger engagiert

An den Lörracher Schulen sind vier Träger in der Schulsozialarbeit engagiert: Die Fachkräfte des SAK sind an der Schlossbergschule, der Grundschule Tumringen, der Neumattschule, der Grundschule Salzert und der Hebelschule vertreten. Die Dieter-Kaltenbach-Stiftung arbeitet an der Fridolinschule und der Hellbergschule, die Caritas an der Albert-Schweitzer-Grundschule und der Pestalozzischule und der CVJM an den Campus-Schulen, Hans-Thoma-Gymnasium, der Theodor-Heuss-Realschule und dem Hebelgymnasium. Die Mitarbeiter teilen sich insgesamt 9,25 Vollzeitstellen, die trilateral von Stadt, Kreis und Land (geringster Anteil) finanziert werden.

Eine Aufstockung

Die finanzielle und damit personelle Ausstattung der Fachkräfte folgt dem Konzept des Landkreises als zuständige Fachaufsicht. Durch das Landesförderprogramm „Aufholen nach Corona“ sind geringfügige Aufstockungen möglich. Für die Campusschulen hat die Stadt Lörrach gemeinsamen mit dem Träger CVJM eine Aufstockung kurzfristig im Rahmen des Förderprogramms beantragt, weitere Anträge werden bis zur nächsten Frist im Juli 2022 geprüft.

Die Zukunftsthemen

Zentrale Zukunftsthemen der Schulsozialarbeit sind laut Stadtverwaltung die weiter steigende Heterogenität der Schüler und damit die unterschiedlichen Bedürfnisse. Auch die räumliche Ausstattung der Schulgebäude mit einem Angebot für die Schulsozialarbeit muss immer mitgedacht und -geplant werden. Zum Hintergrund: Die Unterstützung durch die Schulsozialarbeit erfolgt je nach Bedarf als Einzelfallhilfe, als Gruppenangebot oder mit ganzen Klassen. Die Inanspruchnahme ist freiwillig, vertraulich und unterliegt der Schweigepflicht. Schulsozialarbeit ist eigentlich als Prävention gedacht, doch oftmals besteht akuter Bedarf, beispielsweise bei Schwierigkeiten innerhalb der Familie, der Schule, des Freundeskreises, bei Alkohol, Drogen, Gaming oder anderem Suchtverhalten, Missbrauch, Gewalt, Berufswahl, bietet die Schulsozialarbeit Unterstützung und Vermittlung.

Die Schulsozialarbeit ist ein ergänzendes pädagogisches Angebot an allen städtischen Schulen, mit Ausnahme der Halbtagsgrundschulen von Klasse 1 bis Klasse 4. Sie hat zum Ziel, Schule für alle Kinder und Jugendlichen zu einem lebenswerten Ort zu machen, die persönliche, soziale, schulische und berufliche Entwicklung zu fördern, gerechte Bildungschancen zu unterstützen und im Wesentlichen Prävention zu leisten sowie aktuelle Themen und Problemstellungen der Entwicklung zu behandeln. Die Angebote der Schulsozialarbeit unterstützen Schüler, Eltern und auch Lehrkräfte mit Projekten und Gesprächen, die sich an den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen orientieren, heißt es von Seiten der Stadt.

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