Lörrach Der Salzert: Sehr gut entwickelt

Oberbürgermeister Jörg Lutz im Austausch mit Bürgern auf dem Salzert. Foto: Willi Vogl

Lörrach  - Man wohnt gern auf dem Salzert, doch steht in den nächsten Jahren keine weitere Bebauung an. Beim Stadtspaziergang am Samstag wurden unter anderem Fragen des sozialen Lebens und der Mobilität sowie zunehmender Vandalismus thematisiert.

Rund 20 interessierte Bürger folgten der Einladung von Oberbürgermeister Jörg Lutz zum regen Austausch. Mit dabei waren auch Marco Glockner, Technischer Leiter der Wohnbau Lörrach, und Alexander Nöltner, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Stadtplanung, sowie Andreas Bernögger vom Münchner Planungsbüro „Studio/Stadt/Region“.

„Auch zur Planungszeit des Salzerts in den 50er Jahren herrschte Wohnungsnot“, erläuterte Nöltner. Jedoch könne man heute nicht mehr auf der grünen Wiese bauen, skizzierte er die derzeitige Planungsperspektive, bei der etwa Verdichtungsbemühungen in den bereits bestehenden Wohngebieten eine wichtige Rolle spielen. Lutz betonte die derzeitige Fokussierung auf die Neubaugebiete Belist und Bühl sowie das Projekt Zentralkrankenhaus.

Die Wohnbau Lörrach ist mit 430 Wohnungen in 15 mehrgeschossigen Häusern der größte Wohnungsanbieter auf dem Salzert. Die in den 60er Jahren gebauten Häuser wurden in den 90er Jahren grundlegend saniert und mit barrierefreien Außenanlagen aufgewertet. Jedoch entwickelte sich der Salzert damals zu einem sozialen Brennpunkt. Seit Mitte der 90er Jahre wurde dem Problem mit gezielter Quartiersarbeit erfolgreich entgegengewirkt.

„Ziel ist es, eine Quartiersidentität zu schaffen. Dazu braucht es Langfristigkeit, Mietsicherheit und eine gute Durchmischung von Jung und Alt“, erläutert Glockner. Gedächtnistraining für Senioren, Kinder-Theater, Backgruppe, Come-In-Gruppe, Frauenfrühstück, Kaffeestube und Senioren-Gymnastik sind Angebote des Gemeinschaftshauses, die laut Lutz gut angenommen werden und nicht ausschließlich den Wohnbau-Mietern offen stehen.

„Die ehrenamtlich betreuten Angebote benötigen immer auch eine professionelle Betreuung“, verweist Andreas Bernögger auf Erfahrungswerte für das Gelingen sozialer Vernetzung und macht gleichzeitig auf die „kritische Masse“ an Bewohnern aufmerksam, die eine solche Struktur finanzierbar macht.

Probleme mit Vandalismus

Bei allen funktionierenden Strukturen auf dem Salzert wurde auch auf Problemfelder aufmerksam gemacht. „Wir haben Schäden durch Vandalismus an der Schule und dem Katholischen Gemeindehaus zu beklagen. Hier finden auch in der Corona-Zeit Partys statt, von denen Gewalt ausgeht“, schildert Bernd Rosin, der Vorsitzende von Sonne e. V. ein Problem.

Rosin hofft zudem bei der Besetzung der inzwischen seit zwei Jahren verwaisten Rektorenstelle an der Grundschule auch auf eine integrationsfördernde Person zu treffen.

Die Busverbindungen der Linien 7 und 9 seien nur teilweise „traumhaft“. Hier wurde der Wunsch nach einer besseren zeitlichen Koordinierung und veränderter Streckenführung deutlich, um eine sinnvollere Auslastung zu erreichen.

„Auf dem Salzert braucht man immer noch ein Jäckle“, sagte eine Teilnehmerin, die dort gern wohnt und die angenehmeren Temperaturen gegenüber dem Lörracher Zentrum schätzt. So manchem Spaziergangsteilnehmer dürfte dabei auch der Naherholungswert des Quartiers durch die Waldnähe als städtebaulicher Aspekt bewusst geworden sein.   Auf der Internetplattform www.zusammen.loerrach.de findet man Informationen zur Stadtplanung und kann sich hier auch mit eigenen Ideen einbringen.

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