Lörrach Der schnellere Weg zur Inklusion

Die Oberbadische
Nathanael Pantli, (Zweiter v.l.), Sonja Benz-Peiszan, Leiterin des Standortes Lörrach der Karl-Rolfus-Schule, Birgit Hehl, Klaus Schmid, Barbara Carl und Mauro Sabbatini, Vorstand der Barbara-Carl-Stiftung (v.l.) vor dem neuen Inklusionsbus Foto: Elena Polnau Foto: Die Oberbadische

Von Elena Polnau

Strahlend weiß blitzt der neue Inklusionsbus auf dem Pausenhof der Karl-Rolfus-Schule in Lörrach: Gestern durfte die Schule in Kooperation mit der Freien Evangelischen Schule Lörrach (FES) den Bus von der Barbara-Carl-Stiftung in Empfang nehmen.

Lörrach. „Grundschule gemeinsam“ steht in dicken Buchstaben auf dem Fahrzeug – so nennt sich das Projekt der beiden Schulen, das bereits vor drei Jahren startete. Schüler mit und ohne Behinderung werden gemeinsam in einer Klasse unterrichtet. Dabei soll das Zusammenleben und -lernen der Kinder von der Karl-Rolfus-Schule für geistig und körperlich Behinderte zusammen mit Schülern der FES gefördert werden.

Zwei Inklusionsklassen gibt es mittlerweile, die in einigen Fächer gemeinsam unterrichtet werden, erzählt Nathanael Pantli, Leiter der Grundschule der FES. Ziel ist es, ein Viertel Kinder mit und drei Viertel Kinder ohne Handicap in einer Klasse zu betreuen, ergänzt die Leiterin der Karl-Rolfus-Schule, Birgit Hehl.

„Wir sind oft überrascht wie gut dieses Projekt klappt“, freut sich Pantli. „Wir arbeiten mit einem multiprofessionellen Team aus Grundschullehrern und Sonderpädagogen“, erklärt er. „Leider ist es kaum möglich, dass die Schüler der Karl-Rolfus-Schule spontan an Aktionen der FES teilnehmen können, wie etwa beim Atelierunterricht oder Gottesdiensten. Das ist wegen der räumlichen Entfernung oft nicht machbar“, bedauert der Grundschulleiter. Die Kinder seien fast eine halbe Stunde zu Fuß zur FES unterwegs – nun biete der neue Neun-Sitzer-Bus im Wert von über 30 000 Euro eine Möglichkeit, die Karl-Rolfus-Schüler flexibler und unkomplizierter zum Unterricht in die Neumatt zu bringen. Die Schulen freuen sich darum umso mehr, die Stiftung als Unterstützerin an ihrer Seite zu wissen.

„Es ist toll, den Kindern mit dem Bus eine Freude machen zu können“, sagt Stifterin Barbara Carl. Das Engagement habe sowohl Barbara Carl als auch den Vorstand der Stiftung begeistert: „Wir haben die Schule besucht: Das war ein tolle Erlebnis, das uns inspiriert hat. Die Lehrkräfte sind wirklich engagiert“, lobt der Vorsitzender der Barbara-Carl-Stiftung, Klaus Schmid.

Der Kontakt von Kindern mit und ohne Behinderung ist ganz im Sinne der Stifterin, deren Bruder selbst mit dem Down-Syndrom zur Welt kam. „Erst kam uns eine Bibliothek für die Schüler in den Sinn oder das Anschaffen neuer Lehrmittel“, erzählt Schmid. „Der Bus schien aber für alle Beteiligten ein sinnvollerer Spendenbeitrag zu sein.“

Das Engagement der Eltern sei besonders zu loben, sagt Hehl. Manche müssen gleich zweimal Fahren, um ein Kind an der FES abzuholen und das Geschwisterkind an der Karl-Rolfus-Schule: „Wir planen einen Shuttle mit dem Bus einzurichten, um die Eltern der Schüler zu entlasten“, erläutert sie. Ab Montag kann der neue Bus eingesetzt werden.

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