Lörrach Der schwere Weg zurück zur Arbeit

Diskutierten ein wichtiges Thema (v.link): Jürgen Kurz (Jobcenter), Rudi Wasmer, Jürgen Rausch (Bereichsleiter und Geschäftsführer SAK) und Armin Schuster (Abgeordneter des Bundestages).    Foto: Regine Ounas-Kräusel Foto: Die Oberbadische

Rund 80 Prozent aller Langzeitarbeitslosen, die beim Sozialen Arbeitskreis (SAK) im Bereich Land und Bau arbeiten, finden wieder den Weg in den ersten Arbeitsmarkt, zum Beispiel bei Handwerksbetrieben, mit denen der SAK arbeitet, beim SAK selbst, oder sie beginnen eine Qualifikation.

Von Regine Ounas-Kräusel

Lörrach. Dies berichtete Geschäftsführer Jürgen Rausch am Freitag bei einem Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Armin Schuster, mit Jürgen Kurz vom Jobcenter und der Presse. Das Gespräch fand am Rande des jährlichen Grillhocks statt, bei dem sich SAK-Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden und Kostenträger treffen.

SAK-Geschäftsführer Jürgen Rausch, Bereichsleiter Rudi Wasmer und Armin Schuster begrüßten das geplante Gesetz zur Förderung Langzeitarbeitsloser von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil als Schritt in die richtige Richtung. Es sieht Lohnzuschüsse bis zu fünf Jahre lang für Arbeitgeber vor, die Betroffene auf dem ersten Arbeitsmarkt einstellen.

Fit für den Arbeitsmarkt

Beim SAK weiß man, dass langzeitarbeitslose Menschen Zeit brauchen, um wieder fit zu werden für den ersten Arbeitsmarkt. Viele Betroffene bleiben daher sechs bis sieben Jahre beim Trupp von Land und Bau. Dort würden die Menschen Teil einer gewachsenen Arbeitsgruppe, sagte Rudi Wasmer: „Es dauert zwei Stunden, dann ist das ein Arbeitskollege.“ Es sei wichtig, dass man sie ernst nehme und Leistung von ihnen erwarte, so Wasmer. Die Mitarbeit an kleineren oder großen Bauprojekten schaffe Erfolgserlebnisse. Im zurückliegenden Jahr fertigte der SAK-Trupp zum Beispiel den Wunsch-Kiosk für das Bürgerprojekt Fabric der Schöpflinstiftung und ein Backhaus für das Tutti-Kiesi in Rheinfelden. In früheren Jahren wirkten Langzeitarbeitslose unter Leitung des SAK an der Sanierung und dem Neubau von Wohnhäusern in der Teich- und der Dammstraße mit.

Die Truppe arbeitet außerdem in der Landschaftspflege, im Apfelsaft-Projekt und für die Stadt. Zum Beispiel räumen die Leute Schulhäuser aus, die saniert werden müssen. Mit den Jahren sei viel Vertrauen gewachsen, sagten Rausch und Wasmer. Auch Handwerksbetriebe lagerten inzwischen Gewerke an den SAK aus, etwa Zimmerei- oder Pflasterarbeiten.

Die Zusammensetzung von „Land und Bau“ macht das möglich. Alle Anleiter sind Handwerksmeister und Sozialpädagogen. Acht erfahrene Bauhelfer arbeiten mit, die einst als Arbeitslose kamen. Auch im zurückliegenden Jahr habe man zwei Betroffene fest angestellt, so Wasmer.

Um die Förderung der Arbeitslosen über mehrere Jahre zu finanzieren, fährt der SAK mehrgleisig. Zum einen nutzt er Förderprogramme und Spenden. Die Festangestellten tragen mit Handwerksarbeiten zur Finanzierung bei. Aus dem Regionalen Beschäftigungsprogramm ist der SAK allerdings kürzlich ausgestiegen. Der häufige Wechsel der Arbeitsstelle und die Bürokratie machten das Programm ineffektiv, sagten Wasmer und Rausch.

Armin Schuster ermutigte den SAK, aus seiner vielfältigen Erfahrung heraus Forderungen an die Bundespolitik zu stellen: „Machen Sie Lobbyarbeit.“ Einrichtungen wie der SAK ersparten der Gesellschaft hohe Kosten.

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