Lörrach Der Sound des Sommers

Von Ursula König

Mitsingen, tanzen oder einfach die Stimmung genießen: „Das Open Air Altes Wasserwerk“ bot am Samstag dem überwiegend jüngeren Publikum eine typisch sommerliche Atmosphäre. Sechs Künstler und Bands mit unterschiedlichen Stilen sorgten für ausgelassene Stimmung. Das kreative Rahmenprogramm mit niedrigschwelligen Preisen kam ebenso bestens an. Auch wenn, wohl aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen, am Nachmittag der Außenbereich mit Bühne noch überschaubar blieb, zogen die beiden Topbands „Banda Sendoros“ und „Schlaraffenlandung“ am Abend verstärkt ein Publikum an, das dieses lockere jugendkulturelle Angebot zu schätzen wusste. Und dass auch regionalen Musikern eine Plattform geboten wird, passt zu diesem Format, das sich etablieren soll.

So stieg der 18-jährige Singer und Songwriter Marwin Mears aus Schopfheim trotz angeschlagener Stimme in die Veranstaltung ein, die von der ehemaligen Lörracher „The voice“-Kandidatin Victoria Mertsch ebenso bereichert wurde wie von der Band „Beetween Owls“, die auf Indie und Folk setzt, um für jede Stimmungslage gewappnet zu sein mit Musik, die sich nach purem Sommer anhört. Mit einer Mischung aus Neosoul, Pop und Elektro brachte „Lola funkt“ Spannung auf und vor die Bühne, bevor die beiden Topbands mit Spannung erwartet wurden. Und die verstanden sich darauf, ihr Publikum direkt vor die Bühne zu bringen und zum Mittanzen zu animieren.

Dass diese Aufforderung zumindest musikalisch etwas derber ausfallen kann, wie der Song „Halt´s Maul und tanz!“ von „Schlaraffenlandung“ zeigte, störte hier niemanden. Die drei Jungs, die sich vor allem an ein jüngeres Publikum wenden, kokettieren gerne mit Aussagen wie: „Es gibt viele Leute, die uns nicht leiden können.“ Zumindest handelt ein Song davon und diese Botschaften sorgen bei den Zuhörern für beste Stimmung.

Tanzbare lateinamerikanische Rhythmen, die mit Groove und Temperament noch einige Sitzende aus den Stühlen locken: Dafür ist „Banda Sendoros“ bekannt, die in Lörrach schon einmal begeistert hat. Die Reggae- und Popband aus Essen, deren Mitglieder aus Chile, dem Kongo, Polen und Deutschland stammen, versteht sich darauf, einen Sound zu zelebrieren, der wie geschaffen scheint für ein sommerliches Open Air. Die mitreißenden Rhythmen springen wie ein Funke über und der lebhafte Bläsersound ist perfekt abgestimmt auf die beiden Sänger Sebastian Campos-Schwermann und Dan Brown.

Wer nach 23 Uhr noch feiern wollte, für den stand eine Afterparty im Wasserwerk auf dem Programm. Denn, so erklärte Organisator Sam Klink, Fachbereichsleiter Kultur: „Im Vorfeld wurde gezielt die Kommunikation mit den Nachbarn gesucht“. Auch die Kooperation mit Ordnungskräften, dem DRK und der Stadtverwaltung zählten zu den Maßnahmen, um die Lärmbelästigung im Rahmen zu halten. Ein ausführliches Sicherheitskonzept sei ebenfalls vorgelegt worden. Denn das Open Air sei darauf angelegt, langfristig als spezielles Angebot der Jugendkultur neben dem Stimmenfestival anerkannt zu werden.

Der Countdown läuft! Jetzt bis zum Jahresende gratis lesen. Schnell HIER anfordern.

Umfrage

Alexej Nawalny

Der Fall Nawalny bringt die Bundesregierung in Zugzwang, sollte Moskau bei der Aufklärung weiterhin mauern. Ist eine Neuausrichtung der deutschen Russland-Politik jetzt unvermeidbar?

Ergebnis anzeigen
loading