Daher wollen die erfahrenen Hobbyschneiderinnen Heidi Pfeiffer und Doris Glatt und der Projektmanager Christian Thöne in Lörrach ein Upcycling-Center für Textilien mit eigenen Räumen schaffen. Ähnlich wie im Repair-Café sollen Menschen dort ausrangierte Textilien unter Anleitung reparieren oder zu etwas Neuem umarbeiten können, so ihre Projektidee.
Gerne würden sie auch mit anderen zusammenarbeiten, etwa mit einer bestehenden Nähgruppe von Flüchtlingsfrauen. Sogar ein eigenes Label könnten sie sich vorstellen.
Um Erfahrungen zu sammeln, für welche Nähangebote sich die Menschen überhaupt interessieren, wollen sie in den kommenden Monaten verschiedene Angebote durchführen. Die offene Nähwerkstatt am Wochenende sei gut angekommen, freute sich Heidi Pfeiffer.
Neben ihr saßen eine Handvoll Frauen an ihren Maschinen. Es wurde geredet und gelacht. Ulrike Menke erweiterte den Kragen an einem blauen, selbstgenähten Kleid. „Alleine hätte ich mich da nie rangetraut“, sagte sie. Doch bei der Werkstatt zog sie das Kleid einfach selbst an und eine erfahrene Näherin schnitt den Kragen nach ihren Wünschen weiter aus und steckte alles zum Nähen ab. Bisher habe das Kleid wegen des unschönen Kragens im Schrank gehangen, sagte sie und strahlte: „Heute Abend kommt es in die Waschmaschine und dann in den Urlaubskoffer.“
Eine andere Teilnehmerin veränderte zum Beispiel einen Langarmpulli in ein Sommertop. Die 14-jährige Liza Thöne nähte aus ihrem Lieblings-T-Shirt, das zu klein geworden war, eine flotte Beanie-Mütze.
„Irgendwann muss man ja mal anfangen“ die Welt zu retten
Insgesamt haben 30 bis 50 Menschen bei der Nähwerkstatt mitgemacht, unter ihnen viele mit Näherfahrung, berichtete Heidi Pfeiffer.
Doch auch Anfänger lernten, wie man aus abgelegten Kleidern Kissenhüllen und Handytäschchen näht. Auf die Frage, ob man mit dem Upcycling von Textilien die Welt retten könne, antwortete Heidi Pfeiffer: „Irgendwann muss man ja mal anfangen.“