Lörrach Der Wiese nach auf Hebels Spuren

Hebelbund-Vizepräsidentin Inge Hemberger und Museumsleiter Markus Moehring bei der Präsentation der Hebel-Anlässe dieses Jahres. Foto: Walter Bronner

Lörrach - Mit einem ausgesuchten Programm von literarischen Begegnungen, Gedenkanlässen, aber auch einer Exkursion, einer Inszenierung und einem Seminar erweist der Hebelbund Lörrach seinem Namenspatron dieses Jahr erneut gebührende Reverenz.

Die zu einem großen Teil im Hebelsaal des Dreiländermuseums stattfindenden Veranstaltungen sind für Kustos Markus Moehring willkommene Begleitanlässe zur neuen Sonderausstellung „Die Burg Rötteln“, die am 13. April eröffnet wird.

Wege zu Hebel

Bei der Pressevorstellung der Veranstaltungen verdeutlichten die Vize-Präsidentin des Hebelbunds, Inge Hemberger, und der Leiter des Museums das gemeinsame Bestreben, Werk und Wirken des bedeutenden Poeten, Erzählers, Theologen und Volksaufklärers wirksam in der heutigen Zeit zu verankern.

Hemberger sprach von „fünf Schienen“, auf denen das reiche Vermächtnis Hebels 2019 zu den Menschen der Gegenwart transportiert werden soll. Das sind zunächst die „Literarischen Begegnungen“, in denen namhafte aktuell Autoren im Hebelsaal des Museums aus ihren Werken Lesen.

Zuerst der letztjährige Hebelpreisträger Christoph Meckel, der im Laufe des Monats April (Termin steht noch nicht endgültig fest) nach Lörrach kommt. Danach liest Bruno Epple, der Lyriker, Erzähler und bildende Künstler vom Bodensee, am 13. Mai aus seinem Werk „Lob der Schöpfung“. Der nordbadische Mundartpoet Andreas Kohm gastiert am 17. November mit „Dr Schnawwl iiwerzwerch gwachse“ im Hebelsaal und der Basler Literaturwissenschaftler und Essayist Alexander Honold tritt am 12. Januar 2020 bei den Hebelfreunden an. Sein Thema: Allegorien der Vergänglichkeit (Hebel, Benjamin und die Ästhetik der Ruine).

Hebelsonntag

Der wichtigste Termin zu Ehren des alemannischen Dichterfürsten ist wie jedes Jahr wieder der Lörracher Hebelsonntag am 5. Mai mit Festgottesdienst in der Stadtkirche und anschließender „Schatzkästlein“-Feier im Museum. Der Zeller Pfarrer Hellmuth Wolff wird die Liturgie leiten und die Predigt halten. Die Festrede der Feier von Schriftsteller Arnold Stadler (Hebelpreisträger 2010) ist Hebels bedeutendem alemannischem Versepos „Die Vergänglichkeit“ gewidmet.

Schatzkästlein

Den Hebeldank in Form eines „Schatzkästleins“ bekommt dieses Jahr der französisch schreibende Romancier und elsässisch dichtende Mundartlyriker und Bühnenautor („Ich bin e beesi Frau“) Pierre Kretz. Gerhard Jung (1926 – 1998), dem bedeutenden heimischen Dichter, Schriftsteller und Hebelpreisträger (1974) zu Ehren, gibt es am 5. Juli eine Gedenkveranstaltung in der Alten Halle Haagen, arrangiert von seinem Sohn (und Autor) Manfred Markus Jung und mitgestaltet von ebenfalls literarisch ambitionierten alten Bekannten, Freunden und der Zeller Trachtengruppe.

„Mit Hebel unterwegs“ heißt die seit etlichen Jahren angebotene Exkursion mit Inge Hemberger und Helen Liebendörfer. Diesmal geht es am 22. September per Bus zu den Fixpunkten des Gedichts „Feldbergs Töchterlein“, also der Wiese entlang von der Quelle bis zur Mündung.

Hebel-Forum

Und ein weiteres literarisches Hebel-Forum wird mit besonderer Förderung der Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten (ALG) am 18./19. Oktober durchgeführt. In Kooperation von Hebelbund, Dreiländermuseum und Hebelhaus in Hausen geht es dabei erneut um „Die Vergänglichkeit“ – zunächst in Lörrach mit Konzert und Lesung, am zweiten Tag in Hausen mit einem Seminar, beides geleitet und gestaltet von Markus Manfred Jung und Uli Führe.

Spiegel der Welt

Hebelhaus und Hebelbund laden zudem am 21. September zur Aufführung „Hebelwirkung. Spiegel der Welt“ ein – eine Art szenische Lesung von Komödien, Skandalgeschichten und Satiren von Johann Peter Hebel.

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