Lörrach Der Zauber der Musik

Gottfried Driesch
Flauto Consort Freiburg in der adventlich geschmückten Stadtkirche Lörrach Foto: Gottfried Driesch

Die Sehnsucht der Menschen nach Musik ist groß. Darum war die Stadtkirche am Samstagabend beim Konzert des Flauto Consort Freiburg trotz der strengen 2G-plus-Regeln praktisch voll besetzt. So konnten sich die Künstlerinnen über ein dankbares Forum freuen.

Von Gottfried Driesch

Lörrach. Sechs junge Frauen bezauberten ihre Zuhörer mit dem Adventsprogramm „O Magnum Mysterium“. Mit dem großen Mysterium ist die Geburt von Jesus Christus gemeint. Die Christen der Welt bereiten sich knapp vier Wochen auf dieses Ereignis vor. Am Vorabend des dritten Advents war nun die Stadtkirche erfüllt von Musik aus dem 16. Jahrhundert.

Im Jahr 2014 fanden sich fünf Flötistinnen während ihres Studiums an der Musikhochschule Freiburg. Sie gründeten das Blockflötenensemble Flauto Consort Freiburg. Besonders die Pflege der Musik der Renaissance und des Frühbarock war ihr Ziel. Seit 2015 stellen sie jährlich ein Adventsprogramm zusammen, um es in ausgewählten Kirchen der Region zu präsentieren.

Musikerinnen verwenden Nachbauten von Renaissance-Blockflöten

Die künstlerische Präsenz der Mitwirkenden Annabelle Cavalli, Viola Grömminger, Gertrud John, Natalia Unruh-Motsch und Juhanna Weber sowie Marie Christine Köberlein, Sopran, ist makellos. Die Flötistinnen spielen auf zehn Nachbauten von Renaissance-Blockflöten. Immer wieder werden während des Konzerts die Instrumente gewechselt. Der eigentlich zum Ensemble gehörende Perkussionist war verhindert, so dass das Programm leicht angepasst werden musste.

Eingeleitet wurde der Auftritt mit dem Adventslied „Maria durch ein’ Dornwald ging“. Marie Christine Köberlein verfügt über eine sehr feine und zarte Stimme, die von dem Flötenensemble zeitweise überdeckt wurde. Die Melodie dieses Liedes stammt möglicherweise aus dem 16. Jahrhundert.

Kernstück und Rahmen des Programms waren Werke von Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525–1594). Das Ensemble vermochte es, der Musik mit ihrer homogenen und erstklassigen Technik vollkommen gerecht zu werden und entfaltete eine wohlige Klangfülle. Auch die Mittelstimmen waren klar strukturiert und genussvoll zu verfolgen. Zwischen den musikalischen Stücken wurden von der Sopranistin Texte verlesen, die im Zusammenhang mit den Kompositionen standen.

Musik mit zahlreichen Verzierungen und Figuren durchsetzt

Viele der Komponisten sind heute unbekannt, Giovanni Gabrieli (1553-1612) gehört da noch zu den bekannteren Namen. Ferner erklangen Werke von Tomás Luis de Victoria (1548–1611), Francisco Guerrero (1528-1599) und Pedro Ruimonte (1565–1625).

Entsprechend dem Zeitgeschmack der Renaissance und des Frühbarock folgend war die Musik mit zahlreichen Verzierungen und Figuren durchsetzt. Die melodiösen Bögen traten dadurch mehr in den Hintergrund.

Mit der Zugabe „Maria durch ein’ Dornwald ging“ schloss sich der Bogen.

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