Lörrach Deutlicher Preissprung für junge Musiker

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Die Stadtverwaltung will die Musikschulentgelte deutlich erhöhen. Zwar ist ein sozialer Ausgleich neu enthalten, doch dass es in der Folge zu einem Schülerverlust kommen wird, sei angesichts der derzeitigen Situation mit allgemein steigenden Lebenshaltungskosten „nicht auszuschließen“, heißt es.

Lörrach (mcf). Ohne größere Verluste sei die Lörracher Musikschule durch die jüngste Corona-Krise gekommen und auch die Schülerzahlen seien „einigermaßen stabil“ geblieben, schilderte die Verwaltung am Donnerstagabend dem Hauptausschuss, wo das Thema für den Gemeinderat vorberaten wurde. Dabei habe die städtische Musikschule Lörrach in den vergangenen beiden Jahren in schwierigen Zeiten gute Arbeit geleistet und ihre Schüler mit Onlineunterricht, Videotutorials, Livestream-Konzerten und gemeinsamen Videoproduktionen mehr vielfältige Angebote gemacht. Nun sei aber eine Entgelterhöhung nötig.

Um einen sozialen Ausgleich zu schaffen, soll die Entgelterhöhung insbesondere für Familien mit mehreren Kindern durch eine Verbesserung der Familienermäßigung etwas abgefedert werden, heißt es weiter. Und: „Damit die Förderung besonders begabter und leistungswilliger Schüler nicht an den finanziellen Möglichkeiten der Eltern scheitert, möchten wir zudem eine ermäßigte 45-Minuten-Einheit für solche Schüler einführen“, so Fachbereichsleiter Lars Frick in der Beschlussvorlage. Hierzu werde das Kollegium Vergabekriterien entwickeln.

In diesem Rahmen will die Verwaltung zugleich ein Augenmerk auf die Weiterentwicklung legen und einige in der Pandemiezeiten gemachte digitale Erkenntnisse fest verankern. „Als zusätzliche digitale Angebote für Schüler und Lehrer nehmen wir an der Musikschulcloud des Bundesverbands teil und bieten die in Zusammenarbeit mit dem Landesverband entwickelte Unterrichtsapp ,Erna’ zum ermäßigten Preis an (zwei statt fünf Euro monatlich)“. Des Weiteren will die Musikschule einen Versuch mit einem neuen hybriden Unterrichtsmodell starten.

Weil es im Bereich der Mietinstrumente eine „unbefriedigende Situation“ gibt, soll es auch hier Veränderungen geben. Regelmäßig kommen Beschädigungen vor, die gerade bei älteren Instrumenten nicht eindeutig zugeordnet werden können oder die Abgrenzung zwischen Beschädigung und normaler Abnutzung schwierig sei. Daher wird der Mietpreis von monatlich 15 auf 16,50 Euro erhöht, dafür seien die Instrumente dann versichert.

Der Vergleich der alten und der geplanten neuen Entgeltordnung (monatliches Entgelt für wöchentlich) ergibt bei den Elementarfächer-Angeboten folgende Veränderungen: Babymusikgarten und Musikgarten I künftig 25 Euro für 30 Minuten (bisher: 22 Euro), Musikgarten II und musikalische Früherziehung für sechs bis sieben Kinder neu 29 Euro für 45 Minuten (alt: 26 Euro), musikalische Früherziehung ab acht Kinder 60 Minuten neu 29 Euro (alt: 26 Euro). Die Kosten für 45 Minuten Instrumentalkarussell inklusive Instrument bleibt bei 38 Euro.

Bei den instrumentalen und vokalen Hauptfächern, Ensembles und Bands fallen künftig neu folgende Kosten an: Einzelunterricht 30 Minuten 75 Euro (alt: 66), für 45 Minuten 116 Euro (alt: 104 Euro). Neu ist der nach besonderen Kriterien vergebene Einzelunterricht 45 Minuten mit 99 Euro sowie der Unterricht hybrid (45 Minuten Präsenz im Monat und Tutorials und Erna App) für 49 Euro.

Bei den Gruppenunterricht gibt es auch Kostensteigerungen: bei zwei Schülern Gruppenunterricht 38 Euro für 30 Minuten (alt: 34 Euro) und 55 Euro für 45 Minuten (alt: 50 Euro), bei drei Schülern für 30 Minuten 27 Euro (alt: 24 Euro), für 45 Minuten 39 Euro (alt: 35 Euro), mit vier Schülern 45 Minuten 34 Euro (alt: 30 Euro) sowie für 60 Minuten 45 Euro (alt: 40 Euro).

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