Lörrach Diabolos und ein Nagelbrett

Die Oberbadische
Eigentlich wollten sie zunächst die Fenster putzen. Doch die Jonglage mit den Eimern machte mehr Spaß. Foto: Ursula König Foto: Die Oberbadische

Von Ursula König

Lörrach. „Hereinspaziert meine Damen und Herren“, hieß es am Freitag für zahlreiche Eltern und Freunde der Theodor- Heuss-Realschule (THR) sowie der Karl-Rolfus-Schule in Herten. Zum dritten Mal luden rund 40 Schüler der beiden Schulen zu einer Zirkusvorstellung in die Sporthalle der THR ein. Viel zu staunen gab es für die Zuschauer, denn die jungen Akteure zauberten eine bühnenreife Vorstellung mit viel Spannung, Akrobatik und tollen Lichteffekten.

Die Kunst mit Diabolos begeisterte das Publikum genauso wie die Teller- Jonglage, die athletische „Hulla-Hop“- Nummer oder waghalsige Darbietungen mit der Schwertkiste. Auch Daniel, ganz mutig auf dem Nagelbrett, verdiente sich viel Beifall. Zu Beginn gab es gleich die erste Überraschung: Drei Schüler, mit Handwerkskitteln, Leiter und Putzeimer versehen, wollten sich erst einmal daran machen, die riesige Fensterfront zu putzen. Die Szene, so stellte sich bald heraus, war nur der Einstieg in ein Zirkusprogramm, das bunt zusammengestellt, in hohem Maße Konzentration, Motorik und Teamwork verlangte.

Intensives Training in der Projektwoche

Dass die Aufführung so reibungslos geklappt hat, liegt nicht nur am intensiven Training während der Projektwoche im Vorfeld. Auch der Kooperation der THR-Sportlehrerin der siebten Klasse, Katrin Ehret, und dem Zirkuspädagogen Detlef Quay der Karl-Rolfus-Schule ist es zu verdanken, dass Projekte mit Kindern, die höchst unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen, erfolgreich verlaufen.

So werden auch die jungen Akteure im Rollstuhl mit ihren Fähigkeiten selbstverständlich integriert. Mit vielen Projekten und Kooperationsformen ist der Karl-Rolfus-Zirkus „Karozi“ in der Region inzwischen bekannt geworden. Die Zirkusnummern bieten vielfältige Möglichkeiten der darstellenden Kunst, mit welcher auch Gefühle über Bewegung zum Ausdruck gebracht werden können. Für die Realschüler war die Aufführung zudem eingebunden in die eigenverantwortliche Organisation, zu der auch der Kuchen- und Getränkeverkauf gehörte.

Das sogenannte „Wirtschaft-Verwalten-Recht“-Projekt stellt für die Schüler ein Lernfeld dar, das kreatives Denken und Handeln fördert und auch die Kommunikations- und Konfliktfähigkeit stärkt. Durchhaltevermögen und Leistungsbereitschaft waren für alle Teilnehmer gefragt, um gemeinsam ein Programm auf die Beine zu stellen, das unterhaltsam und faszinierend Artistik auf Fässern, Luftakrobatik und andere Geschicklichkeitsformen so einbindet, dass sich die Besucher über eine gelungene Aufführung freuen konnten. So war den jungen Künstlern viel Applaus sicher nach einem abwechslungsreichen Abend, an dem großes Können in jeder Form zu sehen war.

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