Lörrach „Dichterliebe“ und mehr

Thomas Weinhappel mit Monica Rexrodt und dem Porträt. Foto: Gottfried Driesch Foto: Die Oberbadische

Liebe und Leid sind Geschwister, die direkt nebeneinander wohnen. Diese philosophische Weisheit hatten die Dichter und Komponisten der Romantik erkannt und in poetischer Form verewigt. Bestes Beispiel: der Liederzyklus „Dichterliebe“ von Robert Schumann nach Gedichten von Heinrich Heine.

Von Gottfried Driesch

Lörrach. Der Bariton Thomas Weinhappel interpretierte im Rahmen der Konzerte des Café Family den Liederzyklus am Sonntagabend im Hebelsaal des Dreiländermuseums. Wandlungsfähig vom schmelzenden Liebeslied bis zu dramatischen Ausbrüchen in den Liedern voll Schmerz und Leid machte er die Musik von Schumann plastisch. Sein Klavierbegleiter Istvan Bonyhadi verfügt wie der Sänger über eine breite Palette von Ausdrucksmöglichkeiten und machte den Musikgenuss vollkommen.

Weinhappel trat bereits zum 15. Mal in einem von Monica Rexrodt organisierten Konzert auf. Seit 2010 ist der aus Wien stammende Sänger regelmäßiger Gast in Lörrach. Für seine Treue überreichte die Veranstalterin Weinhappel ein Porträt.

Die Dichterliebe (Opus 48) ist ein Zyklus von 16 Liedern des Komponisten Robert Schumann (1810-1856). Der Liederzyklus ist einer der Höhepunkte des romantischen Kunstliedes. Ihm zu Grunde liegen Gedichte aus Heinrich Heines „Lyrischem Intermezzo“, einer Sammlung von 65 Gedichten. Schumann vertont davon insgesamt 20. Gedruckt wurden letztlich die 16 Lieder, die heute zur von Schumann gewählten Bezeichnung „Dichterliebe“ gehören. Einer dramatischen Konzeption folgend, hat der Komponist die Heine-Gedichte umgestellt. Heine hatte den Gedichten keine Überschriften gegeben, so dass die Liedtitel aus den ersten Worten des Liedes bestehen.

Im breiten künstlerischen Spektrum vom Liebeslied wie „Im wunderschönen Monat Mai“ oder „Hör ich das Liedchen klingen“ ist besonders der säuselnde Schöngesang gefordert. Dramatische Töne sind dann in den Liedern „Ich grolle nicht“ oder „Aus alten Märchen“ gefordert. Hier glänzte Weinhappel mit seiner großen Opernstimme, die den Hebelsaal voll ausfüllte.

Zur Bereicherung des Konzerts fügten die Künstler noch die „Lieder eines fahrenden Gesellen“ von Gustav Mahler (1860-1911) an. Es handelt sich um Mahlers ersten Liederzyklus, den er nach einer unerhörten Liebe schrieb. Das Spektrum reicht vom wehmütigen „Wenn mein Schatz Hochzeit macht“ bis zum ganz dramatischen „Ich hab‘ ein glühend Messer“. Thematisch passen die Mahler-Lieder sehr gut zur „Dichterliebe“. Den Abschluss bildeten zwei Lieder von Hugo Wolf (1860-1903).

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