Lörrach Die Burg leuchtet

Die Oberbadische, 14.09.2018 11:42 Uhr

Der Berg brummt: Während ein Reporterteam des SWR sich mit Kamera zwischen Burgruinen seinen Weg bahnt, ist ein weiteres Team emsig dabei unzählige rote Ballons aufzublasen. Gerade hat sich ein Kletterer abgeseilt, als Künstler mit großen Objekten die Treppe erklimmen.

Von Dorothea Gebauer

Lörrach. Volker Scheuer ist mit anderen der Künstlergruppe H´ART dabei, den Gewölbekeller zum Ausstellungsraum zu verwandeln. Im unteren Teil der Burglandschaft wird die Art Village aufgebaut, Getränke werden angekarrt, Theken aufgestellt. Britta Kipfmüller unterstützt die Aktionen, sein Sohn sucht für seinen schwitzenden Vater etwas zu trinken.

Die Vorbereitung zur Installation verlaufen entspannt. Die Vorfreude auf ein großes Event ist überall zu spüren.

Bis sowas wirklich steht, braucht es viel Geduld, sagt Klaus Kipfmüller, der seit 30 Jahren als Künstler unterwegs ist. Während des Gesprächs kontrolliert er mit wachem Auge, ob es mit dem Aufhängen der riesigen Netze am Turm auch klappt. Am Netz werden die roten Ballons einzeln angebunden. Ob diese Wind und Wetter standhalten? Das hat Kipfmiller in mehreren Übungen getestet. Dennoch ist er froh, dass fürs Wochenende kein schlechtes Wetter angesagt ist. Als ein kräftiger Windstoß die Netze samt Ballons hebt, lachen alle entspannt.

Kipfmüller hat bis jetzt jede Idee, die er hatte, erfolgreich umgesetzt, in Laufenburg, an einem Kloster und an weiteren großen Objekten Installationen durchgeführt. Die roten Ballons hat er gewählt, weil sie Leichtigkeit und Lebensfreude ausstrahlen. Sie erinnern an Erfahrungen aus der Kindheit. Viele Jahre sah Kipfmüller sich als Aktionskünstler, hat Kunst in den Zweck sozialpolitischer Aktion gestellt. Früher habe er das Wort „schön“ abgelehnt. Nun lasse er es zu und freue sich, wenn die Leute einfach staunen.

„Zunächst dachten wir, wir müssen Gerüste aufbauen. Das wäre unbezahlbar geworden“, erinnert sich Iris Claaßen, die mit ihrer Tochter den Eingangsbereich gestaltet. Stattdessen ist man sehr froh, dass die Firma Kohler eine so geniale Lösung mit Netzen fand. Lenita Claaßen kann ihre Mitarbeit für das Projekt sehr gut in ihr Studium integrieren. Während ihre Mutter Texte schreibt, hat sie die website entwickelt. Für alle ist es ein Glück, dass Uwe Claaßen Erfahrung aus viele Jahren Messeleitung mitbringt, sich um die Gelder kümmert und mit den Ämtern redet. Sein Ziel ist, dass das Großprojekt selbsttragend ist. Sogar so, dass etwas übrig bleibt, das den Künstlern zugute kommen wird. Seine Arbeit für Kipfmüller ist ein Weg, diesem für viele Jahre RegioArt Danke zu sagen.

Wann ist die Veranstaltung für Kipfmüller ein Erfolg? „Ich will das garnicht am Geld messen. Ich will den Leuten einfach eine Freude machen!“ Er wünscht sich, dass die Leute einfach glücklich sind, dabeisein zu dürfen. Dass sie, nachdem sie den Turm bereits angeschaut haben, nach einem Drink in der ART Village ein zweites Mail hochklettern, um sich an der Schönheit, am Klang und an der Magie inspirieren zu lassen.

Es ist ein emsiges Zusammengehen von Handwerkern, Künstlern, Ehrenamtlichen. Es bündelt Kräfte, wenn man ein großes Ziel hat. Das Gelingen des Events, so zeigen bereits die Vorbereitungen, ist ein Ergebnis erfolgreichen Netzwerkens. „Uwe Claaßen kennt wirklich jeden! Gott und die Welt!“ lacht Kipfmüller. Den Großsponsor Naturenergie gewonnen zu haben, hat das Projekt mit anderen Sponsoren schnell ins Laufen gebracht.

Kunstinstallation „The Tower“ auf Burg Rötteln von Freitag, 14., bis Sonntag, 16. September.

Samstag Einlass ab 19 Uhr (Ticket erforderlich)

Sonntag 11 bis 23 Uhr (kostenlos)

Buspendeldienst ab Parkplatz Impulsiv von 11 bis 23 Uhr

www.redballoon-art.com

 
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