Lörrach Die digitale Alternative

Lörrach. Das Dreiländermuseum ist wie alle deutschen Museen den gesamten November über für Besucher geschlossen. Die aktuelle große Sonderausstellung „Kunst und Nationalsozialismus“ kann nun zwar nicht persönlich besucht werden, doch können alle 85 in der Ausstellung gezeigten Werke aus der Dreiländersammlung in der Online-Sammlungsdatenbank des Museums betrachtet werden.

„Damit bleibt zumindest ein virtueller Ausstellungsbesuch während der Schließung möglich“, schreibt das Museum in einer Mitteilung. Um die Exponate im Netz betrachten zu können, genügen zwei Klicks: auf der Startseite des Dreiländermuseums muss die „Sammlungsdatenbank“ angeklickt werden und dort unter der Rubrik „Themen“ das Thema „Kunst und Nationalsozialismus“.

Dann erscheinen mit Bild und kurzen Informationen 85 Werke bedeutender badischer Maler, die während der NS-Zeit künstlerisch aktiv waren: Hans Adolf Bühler und August Babberger als Professoren der Karlsruher Kunstakademie; die bekannten Künstlerbrüder Hermann Burte und Adolf Strübe; Emil Bizer und Adolf Riedlin als Mitglieder der im Dritten Reich aufgelösten Freiburger Secession; die renommierten Plastiker Max Laeuger und Philipp Flettner; die Soldatenkünstler Rudolf Kreuter und Paul Ibenthaler sowie Adolf Glattacker und Eugen Feger, die sich als Alemannen im Dreiländereck verstanden. So bietet auch die digitale Sammlungsdatenbank einen Überblick über ein Stück Kunstschaffen in Baden während des Dritten Reiches und in der Zeit davor.

Trotz Museumsschließung bleibt den ganzen November der Besucherservice des Dreiländermuseums vor Ort, telefonisch oder per E-Mail von Montag bis Freitag zwischen 9 und 12 Uhr geöffnet. Dort kann auch der knapp 200 Seiten starke Katalog zur Ausstellung „Kunst und Nationalsozialismus“ erworben werden. Er bietet sich mit seinen zahlreichen, neu recherchierten Hintergrundinformationen gerade während der Museumsschließung als lohnende und vertiefende Lektüre zum Thema und der Online-Sammlungsdatenbank an.

Für das Publikum geöffnet ist dagegen die Schweizer Ausstellung „Grenzfälle. Basel 1933-1945“ im Historischen Museum Basel, die durch das Interreg-Projekt „Die Dreiländersammlung“ mit der Lörracher Ausstellung verbunden ist und Leihgaben aus dem Dreiländermuseum zeigt. Das Team des Dreiländermuseums in Deutschland hofft, Besucher ab Dezember auch wieder in der Ausstellung „Kunst und Nationalsozialismus“ begrüßen zu können. Ab dann plant das Dreiländermuseum zudem die ursprünglich für November geplanten Veranstaltungen des umfangreichen Rahmenprogramms zur Ausstellung nachzuholen.

Der Besucherservice mit Museumsshop ist während der Museumsschließung von Montag bis Freitag auf drei Wegen erreichbar: vor Ort läuten im Museumshof; Tel. 07621/415 153; E-Mail: museum@loerrach.de. Mehr Informationen unter www.dreilaendermuseum.eu

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