Lörrach Die Fassade bröckelt

Die Oberbadische, 17.05.2018 21:52 Uhr

Ein Gutachten belegt die dringende Notwendigkeit der Fassadensanierung am Lörracher Rathaus – früher als gedacht. Einige Flächen müssen mit Notsicherungsmaßnahmen wie Fangnetzen versehen werden. Während der Sanierung muss offenbar „über die Auslagerung von Teilen oder der gesamten Verwaltung nachgedacht werden“, sagte die Fachbereichsleiterin „Grundstücks- und Gebäudemanagement“ Annette Buchauer gestern Abend im Gemeinderat.

Von Bernhard Konrad

Lörrach. Die Sanierung der Fassade war zwar in absehbarer Zeit ohnehin vorgesehen, indes steht die Stadt nun unter Zeitdruck. Die energetischen Mängel des 1976 errichteten Gebäudes sind bekannt. Seit Jahren schon werden die grün emaillierten Fassadenplatten aus Aluminium regelmäßig auf ihre Standfestigkeit geprüft und mit zusätzlichen Verschraubungen gesichert.

Fassade neben Sicherheitstreppenhaus muss zurückgebaut werden

In den vergangenen Monaten wurde die Verkleidung des Gebäudes von einem Fassadenplanungsbüro und einem Statikbüro eingehend geprüft. Hiebei wurde festgestellt, so Buchauer, dass der Verschleiß deutlich zugenommen hat und zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen notwendig sind. „Die gesamte Maßnahme muss mit deutlich mehr Nachdruck angegangen werden, als dies bisher der Fall war“, bekräftigte Oberbürgermeister Jörg Lutz.

Die Platten werden mit zahlreichen Schrauben und Dübeln in den Eckbereichen befestigt. Weil aber auch die Unterkonstruktion in Mitleidenschaft gezogen ist, müssen die fensterlosen Fassadenflächen zusätzlich mit Netzen gesichert werden. „Dadurch soll verhindert werden, dass sich lösende Alu-Platten herabfallen können“, so die Stadt. Die Fassade neben dem Sicherheitstreppenhaus müsse aus Brandschutzgründen sofort zurückgebaut werden. Darüber hinaus stehen Asbestsanierungen an. Das Landesdenkmalamt wird in die Planungen einbezogen.

„Rathaussanierung tritt zunehmend in den Fokus der Finanzplanung“

Der Fahrplan sieht die Verdübelung der Platten bis September vor. Noch in diesem Jahr soll die Vergabe der Arbeiten vonstatten gehen. 2019 soll die Vorentwurfsplanung stehen, 2020 ist der Beginn der Ausführung vorgesehen. Der Umfang der Aufgaben mache deutlich, das eine „Gesamtsanierung“ sinnvoll sei, sagte Buchauer.

„Diese neuen Erkenntnisse rücken eine Rathaussanierung zunehmend in den Fokus der Finanzplanung“, so Lutz. Im Haushalt 2018 ist eine Million Euro für die Planung eingestellt. Bis zum Jahr 2021 sind im Finanzplan weitere 2,5 Millionen Euro vorgesehen.

Die Verwaltung werde nun intensiv Fördermöglichkeiten ausloten.