Lörrach Die Kirche öffnet sich

Die Oberbadische, 13.01.2018 02:22 Uhr

Pfarrerin Beate Schmidtgen und Pfarrer Daniel Völker werden am morgigen Sonntag, 14. Januar, um 15 Uhr mit einem Gottesdienst aus ihrem Dienst in der Kirchengemeinde Rötteln verabschiedet. Das Ehepaar teilte sich die gemeinsame Pfarrstelle. Sie werden sich beide zukünftig neuen Aufgaben widmen.

Von Willi Vogl

Lörrach. Beate Schmidtgen lebt ihren seelsorgerischen Schwerpunkt derzeit noch in Rötteln im Bereich Bildung. Besondere Qualifikationen erwarb sie als Coach für Gottesdienste, in der Ausbildung von Prädikanten oder als Mitautorin von „Bibel in gerechter Sprache“. Sie ist die treibende Kraft in der Arbeit mit Kindergärten, mit Pfadfindern in der Ganztagsschule, bei den Kindergottesdiensten, den Krippenspielen, dem Frauenkreis oder dem Altenclub. Sie wird ihr Amt in einer 50 Prozent-Stelle bis März erfüllen und ist zuversichtlich, danach eine vergleichbare neue Verpflichtung eingehen zu können.

Den eher administrativen Part in den pädagogischen Seelsorgebereichen übernahm bislang ihr Ehemann, Daniel Völker. Er ist ab 1. Januar ausschließlich in der Organisationsberatung für Liegenschaftsprojekte in der evangelischen Landeskirche Baden verantwortlich. Bereits seit Mai 2016 konnte er in einer 50 Prozent-Stelle Projekte anschieben.

Die demografische Entwicklung werde in den nächsten zehn bis 20 Jahren zu sinkenden Kirchensteuereinnahmen führen. „In diesem Zusammenhang geht es verstärkt um Kooperationen bei der Ökumene, der Diakonie oder den Kommunen. Kirche ist größer als meine unmittelbare Gemeinde“, skizzierte Völker seinen kommunikativen Arbeitsfokus.

Die Landeskirche bildet Regionen, und in jeder Region soll es ein funktionierendes Gemeindehaus geben. Damit leerstehende Gemeindehäuser nicht zu einer Ansammlung toter Steine verkommen, sondern auch weiterhin mit Leben erfüllt bleiben, will Völker zwischen möglichen Betreibern eine Kommunikation in Gang setzen und gemeinsam mit ihnen zukunftsfähige Nutzungskonzepte erarbeiten. Noch sei etwas Geld im Sparstrumpf, um sich für die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte baulich und konzeptionell zu wappnen. Die Landeskirche sehe sich in einer Verantwortung für den Menschen, „unabhängig davon, ob jemand konfessionell gebunden ist“.

Kirche sucht Personal

Die Kirche öffne sich, ohne dabei ihre Kernkompetenz aus den Augen zu verlieren. Für die seelsorgerische Arbeit benötigt man ein gut ausgebildetes hauptamtliches Team. Die Kirchengemeinde in Hauingen ist derzeit verwaist, auf dem Salzert und nun auch in Rötteln behilft man sich durch Vakanzvertretungen. Für junge Vertretungspfarrer stellt dies eine lehrreiche Erprobungsphase dar und für die Kirchengemeinden bietet es die Möglichkeit für eine inhaltliche Neuorientierung.

Pfarrer Völker dürfte sich auch auf neue inhaltliche Kooperationen mit Institutionen am Ort freuen.

 
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