Lörrach Die Mietspirale für sechs Jahre stoppen

Gegen die rasant steigenden Mieten – auch in Lörrach – wurde gestern auf dem Alten Markt protestiert.Foto: Johanna Hauri Foto: Die Oberbadische

Von Johanna Hauri

Lörrach. Sechs Jahre Mietenstopp – das fordert die Kampagne Mietenstopp in ihrer bundesweiten Aktionswoche. Auch in Lörrach beteiligte sich der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Form eines Aktionsstandes auf dem Alten Markt.

„In den Jahren 2016 bis 2021 sind die Mieten in Lörrach rund 18 Prozent angestiegen. Während 2016 für einen Quadratmeter noch 10,00 Euro zu zahlen waren, mussten Anfang 2021 bereits 11,76 Euro gezahlt werden“, sagt Jan Wieczorek, Gewerkschaftssekretär der DGB-Geschäftsstelle Freiburg, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Auch hier seien bezahlbare Wohnungen Mangelware und die Entwicklung der Einkommen könne nicht mit den steigenden Mieten mithalten, führt Wieczorek weiter aus.

Gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie habe sich die Lage für Mieter verschärft, denn die Mieten steigen nach seinen Worten weiter mit enormem Tempo. Gleichzeitig hätten viele Menschen mit Einkommensverlusten, beispielsweise durch Kurzarbeit, zu kämpfen. Ein Ende der Preisspirale sei nicht in Sicht, deshalb sollen die Mietpreise auf jetzigem Stand bundesweit für sechs Jahre eingefroren werden, so die Forderung.

Des Weiteren müssten die Kommunen ihre Rolle als Akteur auf dem Wohnungsmarkt verstärkt wahrnehmen. Ihre Aufgabe sei es zum einen, günstige Wohnungen anzubieten, zum anderen private Investoren zu mehr Sozialverträglichkeit zu verpflichten.

„Auch in Lörrach haben wir das Problem mit zunehmender Privatisierung von Boden und damit einhergehenden, überteuerten Bodenpreisen. Wir fordern deshalb eine soziale Bodenpolitik.“, so Wieczorek.

Zudem stehe die Region vor einem drohenden Fachkräftemangel aufgrund der hohen Mieten. „Für viele Fachkräfte aus anderen Bundesländern rechnet sich ein Umzug nicht, gerade wenn noch die Familie mitkommen soll.“ Deshalb hofft der DGB auf eine ähnliche Entwicklung wie in Rheinfelden. Dort wurden nach Gesprächen mit Oberbürgermeister Klaus Eberhardt sogenannte „Mikroapartments“ gebaut. Diese bieten Zugezogenen kurzzeitig Unterkünfte, um eine Orientierung auf dem Wohnungsmarkt zu ermöglichen und passende Wohnungen zu finden. Generell solle günstiger Wohnraum auch wieder von Firmen mit Werkswohnungen, angeboten werden. Einen Vorstoß gab es in Lörrach schon hinsichtlich eines Auszubildendenwohnheims.

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