Lörrach Die Oase blüht auf

Alle an einem Tisch: Karl-Heinz Lemke, Frank Hovenbitzer, Ute Lusche, Sibylle Burkhart und Kai Thierbach (v.l.) Foto: Bernhard Konrad Foto: Die Oberbadische

Lörrachs Bürgerstiftung hat im Februar das Kamel-ion-Gebäude in der Baumgartnerstraße für 310 000 Euro von der evangelisch-lutherischen Gemeinde Lörrach und Steinen gekauft. Der Besitzerwechsel schafft verlässliche Perspektiven für die Einrichtung auf dem Campus Rosenfels. Unterdessen hat der Wandel im Innern des Hauses bereits begonnen.

Von Bernhard Konrad

Willkommen und Abschied

Vertreter der Lörracher Stiftung haben am Dienstag gemeinsam mit der evangelisch-lutherischen Gemeinde und dem Betreiber-Team des CVJM zum Mediengespräch ins Kamel-ion eingeladen. Der Besitzerwechsel habe „reibungslos funktioniert“, sagten Ute Lusche, Vorsitzende der Bürgerstiftung, und ihr Stellvertreter Frank Hovenbitzer unisono. Im Dachgeschoss wird bereits gearbeitet. Für die Bewohnerin der ehemaligen Sozialwohnung wurde eine neue Bleibe gefunden. Angedacht ist nun, die bisherigen Büroräume des Kamel-ion aus dem ersten OG unters Dach zu verlagern, damit künftig in der ersten Etage mehr Platz für Schüler vorhanden ist.

Stadt zahlt Betriebskosten

Ob dieser Plan aufgeht, hängt auch vom Ausgang der Gespräche von CVJM und Stadtverwaltung ab. In diesen wird etwa der Betriebskostenzuschuss diskutiert, der unter anderem die Miete beinhaltet, die von der Stadt künftig an die Bürgerstiftung gezahlt wird. Diese möchte nicht das Maximum aus ihrer Kapitalanlage erlösen, hofft aber auf Einnahmen, mit denen sie auf eine künftige Vermietung des Dachgeschosses verzichtet kann.

Stiftung will investieren

Die Stiftung möchte rund 150 000 Euro in Heizung und Dämmung investieren. Der gleiche Betrag soll für die Verbesserung der Brandschutz- und Fluchtwegesituation des 1896 erbauten Hauses in die Hand genommen werden. Das heißt: Die Miete steigt. „Was gemacht wird ist notwendig“, sagt Sibylle Burkhart (CVJM) – die hofft, dass der Betrieb des Kamel-ion auch von Seiten der Kommune zukunftsfähig gemacht wird: „Wir haben viel ehrenamtliches Engagement investiert und hoffen, dass uns die Stadt nicht hängen lässt.“ Lusche: „Die Stadt bestimmt durch ihr Engagement Investitionen und Tempo mit.“

Vielfältiges Engagement

Ähnlich wie weiland beim Alten Rathaus in Stetten kann die Stiftung davon ausgehen, dass Fachwissen – Hovenbitzer selbst engagiert sich bei diesem Projekt als Architekt – und Handwerkerleistungen in nennenswertem Maß kostenlos eingebracht werden. Die Mehrzahl der Arbeiten soll in den Ferien verrichtet werden. Mittelfristig ist auch die Aufwertung des Außenbereichs vorgesehen.

Burkhart:  offen  und  neutral

Seit 20 Jahren gehört das Kamel-ion zum Campus. Die Betreiber vom CVJM sind bekennende Christen, gleichwohl sei die Basis-Arbeit weltanschaulich offen und neutral, betont Burkhart. Seit fünf Jahren ist dort auch die Schulsozialarbeit angesiedelt. Das Thema „Familientraining“ komme noch hinzu. Das Konzept sinnvoll ergänzen würde ein offener Lernraum für Schüler, sagte Burkhart, die hervorhebt, dass auch künftig viel ehrenamtliche Arbeit im Haus geleistet werde.

Gemeinde begrüßt Verkauf

Auch Kai Thierbach, Pfarrer der evangelisch-lutherischen Gemeinde, und Karl-Heinz Lemke, einst Hausbetreuer für die Gemeinde, begrüßten ausdrücklich den Kauf des Gebäudes durch die Bürgerstiftung, der „die CVJM-Arbeit sichert. Das ist in unserem Sinne.“

Das Gebäude wurde 1910 an die Lörracher Familie Jung verkauft. Die Tante von Wilhelm Jung hatte es der Gemeinde vererbt – dieser hatte ebenso wie sein Bruder auf die Erbschaft des Hauses verzichtet.

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