Lörrach Die Reform der Reform steht an

Andreas Nagy (Mitte) mit der Stadtverbandsvorsitzenden Ulrike Krämer und Alfred Kirchner. Foto: Gottfried Driesch

Lörrach-Haagen - Was für Aufgaben hat das Lörracher Polizeirevier und wie viele Beamte stehen dafür zur Verfügung? Um diese Themen und noch mehr ging es am Freitag in der jüngsten Auflage der „CDU-Zuhör-Tour“ im Haagener Rathaus unter dem Titel „Sicherheit und Aufgaben der Polizei Lörrach“.

Auf Einladung des Haagener Ortschaftsrats Alfred Kirchner (CDU) war der stellvertretender Revierleiter des Lörracher Polizeireviers, Andreas Nagy, gekommen. Die Zuhör-Tour verlief diesmal in etwas anderen Bahnen. Neben seinem Bericht mit vielen Zahlen über die Entwicklung der Straftaten beantwortete Nagy auch viele Fragen der etwa 20 Teilnehmer.

Was viele nicht wissen: Alle Notrufe über die 110 landen seit vielen Jahren ausschließlich direkt in Freiburg, erläuterte Nagy, der seit 38 Jahren Polizist ist. Dadurch mangele es manchmal an der Ortskenntnis der Beamten in der Notrufzentrale. Aber die Technik mache manches möglich. Letztlich funktioniere das System recht gut. Im kommenden Jahr sollen einige Unzulänglichkeiten, die sich nach der Polizeireform 2013 ergeben hatten, korrigiert werden.

Nicht alle Stellen besetzt

Im Revier Lörrach gibt es derzeit 77 Planstellen. Nicht alle seien besetzt. Der Arbeitsanfall sei enorm und oft nur auf Kosten der Kollegen zu bewältigen. So sei man froh, wenn man wenigstens zwei Streifenwagen besetzen könne, wenn sich von der Nachtschicht zwei Kollegen krank melden.

„Der beste Einbruchschutz ist der aufmerksame Nachbar“, sagte Nagy zum Thema Wohnungseinbrüche. Das vergangene Jahr hätte so gut angefangen was die Einbruchszahlen betreffe, aber ab November seien die Zahlen regelrecht explodiert. Kommissar Zufall sei es zu verdanken, dass die dafür verantwortliche Einbrecherbande mit ihrem Auto Ende Dezember einen Unfall hatte man sie so habe festnehmen können. Seither sei es wieder verhältnismäßig ruhig in Lörrach.

Die Zusammenarbeit bei der Verbrechensbekämpfung mit den Schweizer Kollegen funktioniere hervorragend. Schwieriger sei es mit den Kollegen aus Frankreich, da dort das System sehr zentralistisch aufgebaut sei.

Die große Kampagne des Innenministers, dass jährlich 1800 neue Polizisten eingestellt würden, sei reine Augenwischerei: „Diese Neueinstellungen gleichen noch nicht einmal die Pensionierungen aus“, sagte Nagy. In den vergangenen Jahren seien oftmals gleich viel Männer wie Frauen in den Polizeidienst eingestellt worden. Jetzt stelle man fest, dass sich immer mehr Frauen aufgrund der Familienplanung für mehrere Jahre beurlauben ließen. Das habe nichts mit Frauendiskriminierung zu tun, so Nagy, es sei nun mal eine biologische Eigenart, dass Frauen Kinder bekommen.

  • Lörrach ist ein Ausbildungsrevier für Polizeimeister. Die Ausbildung junger Beamter macht laut Nagy viel Mühe, besonders in den ersten Monaten: „Als Polizist wird man nicht reich – es gehört viel Leidenschaft dazu.“

Sie möchten alle Nachrichten aus Ihrer Gemeinde lesen?
Dann testen Sie unser ePaper – 3 Wochen völlig gratis und unverbindlich! Klicken Sie HIER.

Newsticker

blank

Umfrage

Von der Leyen hält ihre Bewerbungsrede in Straßburg

Ursula von der Leyen wurde vom EU-Parlament zur neuen EU-Kommissionspräsidentin gewählt. Halten Sie das für eine gute Entscheidung?

Ergebnis anzeigen
loading