Lörrach Die Stadt reagiert kurzfristig auf die hohen Gaspreise

SB-Import-Eidos
Im Schwimmbad wird direkt gehandelt. Foto: Guldenschuh

Das Rathaus soll möglichst zeitnah an die Fernwärme angeschlossen werden, um angesichts der Energiekrise eine Versorgungssicherheit herzustellen. Kurzfristig stehen weitere Maßnahmen an, mittel- bis langfristig gelte es, den Anteil an Erdgas in städtischen Gebäuden „massiv zu senken“, so OB Jörg Lutz.

Von Marco Fraune

Lörrach. Der über 20 Jahre alte Gaskessel im Rathaus könnte ausgetauscht werden. Das Rathaus Lörrach ist mit 1,1 Millionen Kilowattstunden pro Jahr nach dem Krematorium (1,4 Millionen) der zweitgrößte Gasverbraucher unter den städtischen Gebäuden. Sein Verbrauch beträgt fast zehn Prozent des gesamten städtischen Gasverbrauchs (12,5 Millionen kwh/a). Erst danach folgen die Neumattschule, der Campus Rosenfels sowie die Hebelschule, die Feuerwache oder auch das Freibad.

Ab sofort, also schon seit Mittwoch, sind Energieeinsparungen im Schwimmbad durch die Reduzierung der Wassertemperatur vorgenommen worden, wie Britta Staub-Abt, Fachbereichsleiterin Umwelt und Klimaschutz, im Hauptausschuss erläuterte.

Holzheizungen defekt

Umgehend repariert werden sollen die defekten Holzheizungen in der Neumattschule sowie im Hallenbad. Seit Wochen wurde dies in Auftrag gegeben, doch es herrscht ein Materialengpass.

Nicht nur das Rathaus soll an das Wärmenetz angeschossen werden, sondern auch weitere Heizungen, so zum Beispiel die der Pestalozzischule. Umrüstungen weiterer Heizanlagen auf Holzpellets oder Wärmepumpen werden soweit möglich auch angestrebt, führte Staub-Abt weiter aus. Grundsätzlich, wo noch möglich, soll die Raumtemperatur in öffentlichen Gebäuden reduziert werden. Weitere ergänzende Sparmaßnahmen mit dem Schwerpunkt Rathaus werden erarbeitet.

AG Energie gegründet

Eine interne AG Energie ist von der Verwaltung neu ins Leben gerufen worden. Es gibt eine Sammlung von ersten Vorschlägen, die ergänzt und geprüft werden. Unter anderem geht es um die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED, das Abschalten von Fassadenbeleuchtungen, die Schließung des Rathauses zwischen Weihnachten und Neujahr, die Optimierung der Klimaanlage oder auch die Stilllegung nicht benötigter Elektrogeräte.

Hoher Erdgasanteil

Hintergrund ist der Gesamtverbrauch von zirka 12500 Megawattstunden, die für die Wärmeversorgung städtischer Gebäude erforderlich ist, 62 Prozent davon entfallen auf Erdgas, 35 Prozent auf Holz und drei Prozent auf Biogas. Doch: Die Gaspreise steigen nach aktueller Durchschnittsprognose auf das Vierfache der bisherigen Preise, Biogas kann voraussichtlich 2023 nicht geliefert werden und die Preise für Holzbrennstoffe sind niedriger als für Erdgas, sie steigen aber kräftig, führte Staub-Abt im Ausschuss aus. Hinzu kommt, dass die Erdgasversorgung nicht gesichert sei.

Bürger sollen mithelfen

Doch nicht nur die Stadt will sparen, sondern auch die Bürger sollen hierfür begeistert werden. Eine Öffentlichkeitskampagne wird ins Auge gefasst, in der sich beispielsweise auf die Energiesparthemen konzentriert werde. Als weitere Maßnahme ist sogar die Prüfung der Errichtung von Wärmestuben in der Stadt für den Winter als eine Energiekrise-Option gelistet.

In den ersten Überlegungen und Maßnahmen aufgeführt ist auch, dass ein Masterplan für energetische Gebäudesanierung und eine Wärmeversorgungsstrategie eine hohe Priorität im kommenden Haushalt haben soll. Energieeinsparungen und Sanierungen sollten noch stärker berücksichtigt werden, betonte Staub-Abt. In der Gemeinderatssitzung am 26. Juli wird laut Plan eine weitere Konkretisierung der Priorität von umzusetzenden Maßnahmen erfolgen.

OB: Tun was

OB Jörg Lutz erklärte angesichts der Vielzahl von Ideen und ersten Umsetzungen: „Wir kommen konkret ins Tun.“ Die städtische Wohnbau werde noch an die Mieter herantreten.

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