Lörrach Die Welt im Taschenformat

Die Oberbadische, 16.04.2018 18:43 Uhr

Von Gottfried Driesch

Lörrach-Haagen. Zu seinem jährlichen Briefmarken-Großtauschtag hatte der Briefmarken-Sammler-Bund Lörrach am Sonntag in die Schlossberghalle Haagen eingeladen. Anziehungspunkt war wie immer eine große Ausstellung von Briefmarken auf 40 Stellwänden.

Eine der hervorstechenden Ausstellungsstücke stammt vom Vorsitzenden des Briefmarken-Sammler-Bundes Lörrach, Karl Thamerus. Auf vier Stellwänden zeigte er die Entwicklung „Von der Flugpost über die Zeppelin-, Raketen- bis zur Feldflugpost“. Zahlreiche kostbare Raritäten von in Zeppelinen beförderten Briefen waren zu bestaunen. Alle Zeitzeugnisse sind garantiert echt und geprüft. Auch eine Kuriosität mit einer Mischfrankatur verschiedener Länder war zu sehen.

Schon früh am Tage nutzten viele Philatelisten die Möglichkeit, aus den angebotenen Briefmarken ihre Sammlung zu vervollständigen. Die Tische der Händler waren gut frequentiert. Auch waren an allen Ecken der Halle Fachgespräche zu beobachten.

Smartphone, Reisen und Katzenvideos im Internet ersetzen die Briefmarken

Indes: Wie nahezu alle Vereine hat auch der Briefmarken-Sammler-Bund seit Jahren mit einem Mitgliederschwund zu kämpfen: „Wir haben kaum noch Nachwuchs“, sagte Karl Thamerus im Gespräch mit unserer Zeitung. Es gebe eine siebenköpfige Kindergruppe, die man vom Verein her tatkräftig unterstütze. Aber bis zu eigenständigem Sammeln sei es noch ein weiter Weg.

Ganz allgemein ginge das Interesse am Sammeln von Briefmarken zurück. Ein Grund sei sicherlich, dass die Welt kleiner geworden sei, so Thamerus. Vor 50 Jahren habe man von fernen Ländern nur träumen können. Schön bebilderte Briefmarken aus der ganzen Welt hätten zum Träumen beigetragen. Motivsammlungen, etwa mit Tieren oder Katzen, seien ein weiteres beliebtes Sammelgebiet gewesen.

Heute seien über das Smartphone immer und überall Bilder der ganzen Welt abrufbar, so Thamerus . Die viel angeklickten Katzenvideos im Internet ersetzten zudem die Bilder auf den Briefmarken. Und ferne Länder seien nicht nur visuell erreichbar sondern bei Urlaubsreisen für viele inzwischen erschwinglich geworden.

 
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