Lörrach Stadt und Burghof-Geschäftsführer Muffler vor Trennung

, aktualisiert am 23.10.2020 - 19:53 Uhr
Markus Muffler beim Stimmen-Festival 2019 Foto: Kristoff Meller

Lörrach - Die Stadt Lörrach und Markus Muffler werden aller Wahrscheinlichkeit nach künftig getrennte Wege gehen. Dies hat unsere Zeitung aus gut unterrichteten Kreisen erfahren. Der Geschäftsführer des Burghofs und Leiter des Stimmen-Festivals wollte dies auf Anfrage am Freitag nicht kommentieren. Auch Oberbürgermeister Jörg Lutz äußerte sich nicht.

Vor wenigen Tagen erst hat Muffler im Hauptausschuss abermals die Situation der Burghof Kultur- und Veranstaltungsgesellschaft erläutert, in der selbst eine erfolgreiche Burghof-Saison und ein sehr gut besuchtes Stimmen-Festival die aus den Kosten für den Basisbetrieb resultierenden Defizite nicht ausgleichen könnten.

Die Zuschuss-Kontroverse

Der von der Stadt in Höhe von knapp 1,5 Millionen Euro bezuschusste Basisbetrieb beinhaltet insbesondere Personalaufwendungen, aber auch Raum- und allgemeine Betriebskosten, während im Veranstaltungsbetrieb Gagen, Ticketeinnahmen und Sponsorenbeiträge verbucht werden. Angesichts der Höhe kommunaler Zuschüsse für den Basisbetrieb sei auch künftig mit einem strukturellen Defizit zu rechnen, so Muffler.

Unterdessen erwirtschaftete die Burghof Kultur- und Veranstaltungsgesellschaft 69 Prozent der Einnahmen selbst – für ein solches Kulturunternehmen ein außergewöhnlich hoher Betrag, betonte er. Muffler konnte für das laufende Geschäftsjahr ein Stück weit Entwarnung geben:  Zwar könnte das Jahr 2020 deutlich besser sein – wenn die Basiskosten nicht so niedrig bezuschusst wären. Gleichwohl werde 2020 trotz eines negativen Ergebnisses „kein Katastrophenjahr“. Weitergehende Prognosen seien aber angesichts der gegenwärtigen Rahmenbedingungen nicht möglich, so der Geschäftsführer im Ausschuss.

Die juristische Dimension

Die aus Mufflers Sicht unzureichende Höhe der Zuschüsse für den  Basisbetrieb war offenbar auch eine Ursache für die letztlich in eine Trennung mündende Situation.

Denn: Im Zusammenhang mit den Aufgaben der Stadt zur Finanzierung des Basisbetriebs und dem damit einhergehenden Anspruch der Burghof Kultur- und Veranstaltungsgesellschaft auf die Höhe des Zuschusses hat Muffler dem Vernehmen nach juristischen Beistand in Anspruch genommen. Dieser Schritt soll beim Oberbürgermeister und  Mitgliedern des Aufsichtsrats für deutliche Irritationen gesorgt haben. Es sei nicht zu erwarten, dass diese Differenzen ausgeräumt werden könnten, war zu hören.

Nach Informationen unserer Zeitung wird nun über die Auflösung des Vertrags verhandelt.

Bleiben Sie immer bestens und umfassend informiert: Jetzt 4 Wochen für 4 Euro das ePaper inkl. Vorabendausgabe lesen! Schnell HIER anfordern.

  • Bewertung
    10

Umfrage

Teil-Lockdown

Glauben Sie, dass durch die Verschärfung des Teil-Lockdowns die hohen Infektionszahlen in Deutschland bald wieder sinken werden?

Ergebnis anzeigen
loading