Lörrach Digitale Alternativen sind angesagt

Jan Funke (v. l.), Rebecca Boutouraa, Katja Thiele und Patric Waldhecker von der Dieter-Kaltenbach-Stiftung vor dem Blumenpavillon am Lörracher Hauptbahnhof. Foto: Nico Talenta

Lörrach - Die offene und mobile Jugendarbeit steht während der Corona-Pandemie vor neuen Herausforderungen: Kontaktmöglichkeiten und der Zugang zu den Jugendlichen sind stark eingeschränkt, weswegen die Arbeit, Unterstützung und der Austausch vor allem digital stattfinden.

Das Leitbild der Dieter Kaltenbach-Stiftung, „durch spielerische und gestalterische Prozesse einen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung und Orientierung zu bieten“, musste in der Pandemie neu gedacht werden. Dafür hat die Jugendarbeit ihre digitale Präsenz ausgebaut und konnte so die Kontakte zu den Jugendlichen halten: „Durch das Online-Angebot können wir weiterhin für die Jugendlichen da sein“, erklärt Jan Funke, Leiter des Fachbereichs Jugendarbeit bei der Kaltenbach-Stiftung. Die Angebote reichen von Beratungsgesprächen bis zum digitalen Kuchenbacken.

Die Corona-Pandemie stoppe die Probleme der Jugendlichen nicht, sondern verschärfe sie in manchen Situationen sogar. Viele Hobbys und sonstige Freizeitangebote brechen auf einen Schlag weg. Gerade während des ersten Lockdowns hätten sich viele junge Leute nicht an die Einschränkungen gehalten und teilweise Strafen von bis zu 500 Euro zahlen müssen, berichtet Funke. Das stelle bei einem unregelmäßigen Einkommen große Probleme dar.

Durch die Beratungsangebote will die Jugendarbeit der Kaltenbach-Stiftung den Jugendlichen weiter Unterstützung anbieten. Getreu dem Motto: „Wie kann ich meine Freizeit sinnvoll nutzen“, bauten die Sozialarbeiter ein breites Spektrum an Online-Angeboten auf. Erste Erfolge zeigten sich bereits: „Trotz Corona haben sich in diesem Jahr rund 1500 Jugendliche an uns gewendet“, sagt Funke. In den Einzelberatungen häuften sich im Corona-Jahr vor allem Fragen über das Schreiben einer guten Bewerbung oder wie sich die jungen Leute gut auf eine Prüfung vorbereiten können.

„Medien wie WhatsApp, YouTube und Instagram sind bei den Jugendlichen beliebt“, betont Patric Waldhecker, Mitarbeiter der Jugendarbeit in Lörrach. Die Stiftung nutze diese Kanäle, um mit den Jugendlichen in Kontakt zu bleiben. Im Nachgang werten die Jugendarbeiter die Beteiligung in den einzelnen Medien aus und sehen so, was bei den Heranwachsenden besonders gut ankommt. Gerade das virtuelle Kuchenbacken war laut Waldhecker ein Hit.

Während der Pandemie hätten vor allem Jugendliche, die zuvor schon Kontakt zur Kaltenbach-Stiftung hatten, das Angebot genutzt. Aber auch neue Kontakte seien entstanden. Wichtig ist den Jugendarbeitern, dass sie die Jugendlichen nicht einfach anrufen, sondern auf den Erstkontakt durch die jungen Leute warten. „So drängen wir niemandem unsere Arbeit auf“, erklärt Waldhecker.

Die mobile Jugendarbeit sei drei Mal in der Woche auf der Straße unterwegs, um Jugendlichen zu helfen. „Bildungsangebote sind nur mit vorheriger Anmeldung möglich“, erklärt Mitarbeiterin Rebecca Boutouraa. Auch die Dokumentation von personenbezogenen Daten und der geltende Mindestabstand von eineinhalb Metern sind Pflicht. Boutouraa betont: „Die Jugendlichen haben sich schon während des ersten Lockdowns gut an die Hygiene-Maßnahmen gehalten.“ So werde die aktuelle Verordnung auch in diesem Winter kein großes Problem darstellen.

Neben der mobilen Jugendarbeit leistet die Stiftung offene Jugendarbeit mit Jugendtreffs in Tumringen, Haagen, Hauingen und Brombach. Dort konnten sich Jugendliche vor der Pandemie treffen und etwas zusammen machen. Bei Bedarf standen vor Ort Beratungsangebote zur Verfügung.

„Der dreitägige mobile Standpunkt im Blumenpavillon war ein konzeptionelles Projekt“, berichtet Funke. Das Team sei auf der Suche nach einem Standort für die mobile Jugendarbeit, der innenstadtnah gelegen ist. „Am Bahnhof haben wir die Verbindung zur S-Bahn und zum Hebelpark.“ Wegen Corona sei es allerdings nicht möglich gewesen, ein Sofa oder einen Tischkicker für das gemütliche Beisammensein aufzustellen.

Die Zeit während der Pandemie haben die Jugendarbeiter dazu genutzt, um den Jugendraum in Haagen zu renovieren. In Brombach sei die mobile Jugendarbeit schon im Sommer des vergangenen Jahres personell aufgestockt worden. Funke ergänzt: „Der Standort wird immer attraktiver für die Jugendlichen. Gerade das Fabric-Gelände und die gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr werden in Brombach geschätzt.“

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