Lörrach Disziplinierter Auftakt

Die Mehrzahl der Schüler hat sich zum Unterrichtsbeginn an die Corona-Auflagen gehalten. Die Freude über die gemeinsame Rückkehr an die Schule war größer als die mit Corona verbundene Unsicherheit.Foto: zVg Foto: Die Oberbadische

Unterrichtsbeginn in der Corona-Pandemie: Für die Lörracher Schulen war der Neustart nach den Sommerferien mit deutlich erhöhtem organisatorischen Aufwand und ungewohnten Unsicherheiten bei Schülern, Lehrern und Eltern verbunden. Gleichwohl zeigten sich die Schulleiter im Gespräch mit unserer Zeitung mit dem Auftakt zufrieden – und lobten die Disziplin der Schüler.

Von Nils Straßel

Lörrach. Am Montag konnten Grund- und weiterführende Schulen endlich wieder alle ihre Schüler begrüßen.

Für Rektorin Sonja Mohren machte das Gebäude der Theodor-Heuss-Realschule (THR) einen „ungewohnt lebhaften“ Eindruck. Besonders froh über die langsame „Rückkehr zur Normalität“ seien die Nebenfachlehrer der THR, die nun auch Präsenzunterricht anbieten können. Vor den Sommerferien wurden nur Hauptfächer unterrichtet.

Im Dialog mit den Schulleitern wurde deutlich, dass bei den meisten Einrichtungen in diesem Schuljahr ein Fokus auf die Digitalisierung gelegt wird. „Medienkompetenz wird in Zukunft ein sehr großes Thema für Lehrer und Schüler sein, auch unabhängig von der Corona-Pandemie“, sagte Mohren.

Außerdem hätten „unerwartet viele“ Schüler die von den Schulen geforderte Gesundheitsbestätigung mitgebracht, mit der die Eltern versichern, dass ihr Kind keine Krankheitssymptome vorweist und nach einer Reise in ein Risikogebiet entweder negativ getestet wurde oder zwei Wochen in Quarantäne verbracht hat.

Claudia Schäfer, Leiterin Kommunikation bei der Freien Evangelischen Schule (FES), bestätigte diesen Eindruck, fügte jedoch noch hinzu, dass sich viele verunsicherte Eltern in den vergangenen Wochen mit Fragen zu dem Formular an die Schulleitung der FES gewandt hätten: „Der Bescheid wurde sehr kurzfristig veröffentlicht: die Eltern wollten wissen, wie der Prozess abläuft.“

Dass die Lehrkräfte zunächst den Lernstand der Schüler prüfen, um die entstandenen Lücken zu füllen, erläuterte Petra Sauer, Rektorin der Brombacher Hellbergschule. Sie mache sich Sorgen, dass dieser bei manchen Kindern unter dem Fernlernprozess vor den Sommerferien gelitten haben könnte. An Freude und Motivation mangele es nicht, sagte Sauer. Alle Schüler hätten sie mit einem Lächeln begrüßt und deutlich gemacht, dass sie froh sind, wieder in der Schule zu sein. Verständlicherweise ist sie besorgt, dass sich Schüler mit dem Virus infizieren könnten: Der erste Eindruck, auch auf dem Pausenhof, sei allerdings ein positiver: Die Maßnahmen würden gut eingehalten.

Auch Christine Mörth, Schulleiterin der Fridolinschule, beschrieb das Verhalten der Grundschüler als „sehr diszipliniert“. Von den 300 Kindern hätte der Großteil an die Gesundheitsbestätigung gedacht und nur zwei Schüler würden noch auf ihre Corona-Testergebnisse warten, bevor sie ebenfalls wieder am Unterricht teilnehmen können.

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