Lörrach Don Karlos als einsamer Reiter

Schauspieler Fabian Dämmich Foto: Ingo Höhn Foto: Die Oberbadische

Lörrach (hau). Derzeit läuft der gemeinsam vom Werkraum Schöpflin und Fabric organisierte „Schöpflins Frischluftsommer“ mit Filmen, und Konzerten. Besonders stolz sind die Programmmacher, dass es erstmals gelungen ist, das Theater Basel nach Lörrach zu holen. Die Zusammenarbeit war bereits vor einem Jahr beschlossen worden. Nun wird sie erstmals sichtbar. Mit der „Klassikermaschine“ kommen die Schauspieler aus Basel im August aufs Werkraum-Gelände. Das Prinzip dahinter: Ein Theaterklassiker soll im Zeitraum von einer Stunde von in der Regel einem Schauspieler präsentiert werden. Klingt nach einer spannenden, schauspielerischen Herausforderung

Die ersten Termine sind am Freitag, 20. August, und am Samstag, 21. August, jeweils um 19.30 Uhr, mit Friedrich Schillers „Don Karlos“ und Schauspieler Fabian Dämmich im Garten des Werkraums.

Der spanische Hof 1568. Es herrscht Unruhe in den unterdrückten niederländischen Provinzen. Kronprinz Karlos könnte Statthalter von Flandern werden und sich für eine friedliche Konfliktlösung einsetzen. Aber der politische Auftrag für das Vaterland ist ihm nicht mehr wichtig. Sein Interesse gilt Königin Elisabeth, seiner ehemaligen Verlobten, inzwischen Ehefrau seines Vaters. König Philipp hat die junge Frau aus machtpolitischem Kalkül geheiratet und zur Königin gemacht. Für den Sohn ist der mächtige Vater ohnehin das Problem seines Lebens. Er verweigert ihm das politische Vertrauen und jede persönliche Zuneigung.

Das Thema Liebe beschäftigt Karlos so sehr, dass er das Netz von Intrigen, das sich am Hof hinter seinem Rücken spinnt, nicht sieht. Seinen einzigen Freund, den Marquis von Posa, kostet es das Leben.

„Die Freiheit ist ein wundersames Tier“, sang Georg Danzer 1979, „man sperrt sie ein und augenblicklich ist sie weg!“ Schauspieler Fabian Dämmich erzählt Schillers Stück als eine Coming-of-Age-Story. Die feudalen, aber eben auch überkommenen familiären und politischen Strukturen, in denen Don Karlos aufgewachsen ist, sind sein goldener Käfig. Seine Suche nach politischer Verantwortung scheitert ebenso wie sein Wunsch nach Liebe. Vielleicht, weil Karlos sich selbst vom Bild des despotischen Vaters, dem Inbegriff des harten, starken Mannes nicht lösen will. Und so führt er wie ein einsamer Reiter in der Prärie einen ziemlich ausweglosen letzten Kampf gegen ihn. Es ist viel leichter, seine Unschuld zu verlieren als Freiheit zu gewinnen. Im Laufe des Jahres werden im Werkraum Schöpflin noch weitere Termine der „Klassikermaschine“ mit anderen Stücken angeboten.

   Infos und Reservierung unter: www.werkraum-schoepflin.de

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