Lörrach Dornröschenschlaf endet mit Verwicklungen

Von Markus Greiß
Krankenpfleger Timme (in weiß) hat alle Hände voll zu tun, den hypernervösen Dieter (2. v.r.) zu beruhigen, der wie Anna (v.l.), Holger und Birte auf die Kindsgeburt wartet. Foto: Markus Greiß

Von Markus Greiß

Lörrach. Das Bühneli hat am Samstagabend erstmals seit März 2020 wieder vor Publikum gespielt. Bevor sich der Vorhang zur Premiere der Komödie „Steißlage“ von Thomas Brückner öffnete, trat Bühneli-Vorsitzende Kerstin Kapfer vor die rund 70 Zuschauer, um die Seelenlage des Ensembles zu beschreiben.

Nachdem das Bühneli im März 2020 in einen Dornröschenschlaf gefallen war, habe man erst Mitte dieses Jahres die Proben wieder aufnehmen können. Es sei wunderbar, in der Garderobe das gewohnte Lampenfieber zu spüren, während im Vorraum mit dem Publikum wieder Leben ins Bühneli ströme.

Die Spielfreude ist den Schauspielern bei der Premiere des von Regisseur Franz Hartmann inszenierten Stücks denn auch gleich anzumerken. Textsicher entwickeln sie nach und nach die Charaktere von vier herrlich überzeichneten Typen, die im Warteraum eines Kreißsaals auf die Geburt „ihres“ Kindes warten.

Kerstin Kapfer, die die Zuschauer eben noch vor der Bühne begrüßt hat, schlüpft in die Rolle der einfühlsamen, um Harmonie bemühten Esoterik-Tante Anna Bluhm, die eine vom werdenden Vater verlassene Freundin ins Krankenhaus begleitet hat. Sie umsorgt das Nervenwrack Dieter Frumm, der den von Peter Stölzer gespielten Krankenpfleger mit ständigem Nachfragen nach dem Zustand der Gattin zur Weißglut bringt. Die Rolle ist mit Rainer Sauter perfekt besetzt.

Ganz cool lässt die bevorstehende Geburt seines Stammhalters – klar, ein Junge muss es sein – hingegen Anlageberater Holger Stern. Den unsympathischen Mega-Macho verkörpert überzeugend Oliver Kugel, seit vielen Jahren Schauspieler bei den Burgfestspielen Rötteln und erstmals beim Bühneli-Ensemble dabei. Er liegt im amüsanten Dauerclinch mit der taffen Frauenrechtlerin Birte Bornemann-Hansen (Katja Schmuck). Deren Lebensgefährtin muss sich einem Kaiserschnitt unterziehen, weil das Kind in Steißlage liegt.

Dass sich auch jeder der vier Protagonisten im Warteraum in einer misslichen Lage befindet, offenbart sich langsam im Lauf der sich dynamisch entwickelnden Dialoge. Das dankbare Publikum quittiert die Spielleistung des Ensembles nach der rund eineinhalbstündigen Aufführung mit langem Applaus.

Weitere Vorstellungen finden in den kommenden Wochen unter Einhaltung der Corona-Schutzregeln jeweils freitag- und samstagabends um 20 Uhr statt.

Weitere Informationen: www.buehneli.com

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