Wie sinnvoll ist eine S-Bahn-Haltestelle an der Grenze" Wie sollte eine Tramverlängerung aussehen" Welcher Standort eignet sich am Besten für die geplante Mobilitätsdrehscheibe" Diesen und weiteren Fragen gingen am Samstag die Fahrgastverbände Pro Schiene Dreiland und Pro Bahn Nordwestschweiz (NWCH) mit der IG Verkehr bei einer Ortsbegehung auf den Grund. Lörrach (was). Dabei spazierte die Gruppe vom Bahnhof Riehen aus bei bestem Wetter entlang der Bahnlinie zur Grenze. Dort erläuterte Karl Argast, Vorsitzender von Pro Schiene Dreiland, die Lage des im Rahmen der Internationalen Bauaustellung Basel angedachten Haltepunkts „Zollweg“. Dieser wäre Teil einer Mobilitätsdrehscheibe, die am Zoll Lörrach – Riehen die S-Bahn mit der Tram und dem Busverkehr verbinden soll. Ingenieur Hannes Fischer machte auf ein Problem dieser Pläne aufmerksam: „Es fahren zu wenig Züge“ – kämen doch auf rund zehn Tram in der Stunde aktuell nur zwei S-Bahnen. Für einen 15-Minuten-Takt brauche es, wie Argast betonte, den zweigleisigen Ausbau von Riehen Bahnhof bis Stetten. Weiterhin beinhaltet diese Variante die Möglichkeit einer Tramverlängerung bis zum Zoll und – damit verbunden – eine Verlegung der Wendeschleife um gut 150 Meter. Den Nutzen einer solchen Maßnahme sahen jedoch die Vertreter aller drei Vereinigungen skeptisch. Sie tendieren vielmehr dazu, die Tram gegebenenfalls gleich bis zum Bahnhof Stetten weiter zu führen. Wäre von dort aus doch später auch eine Verlängerung bis Haagen auf der von Fischer ausgearbeitete, alternativen Tramtrasse möglich. „Es gibt nicht einen Grund, der gegen diese Trasse spricht“, sagte Kurt Spittler von der IG Verkehr. Und Natali Fessmann, Sprecherin der IG Verkehr, ergänzte: „Die Straßenbahnführung hat Hand und Fuß.“ Außerdem machte André Guillaume von Pro Bahn NWCH darauf aufmerksam, dass eine Tram auf der alternativen Trasse keine Konkurrenz zur S-Bahn sei, sondern diese vielmehr ergänze. Fischer erklärte seine Pläne für eine mögliche Tramschlaufe und Mobilitätsdrehscheibe beim Bahnhof Stetten: „Dort gibt es ein schönes Grünstück, auf dem es relativ einfach wäre, eine Kehre anzulegen.“ Dieses liegt zwischen den beiden Bahnlinien S5 und S6 und ist durch die Straßenunterführung „Stetten Süd“ erreichbar. Für eine Wendeschlaufe müsste aber ein zweiter Durchstich des S6-Bahndamms erfolgen. Eine dortige Mobilitätsdrehscheibe könnte dann auf zwei Ebenen angelegt werden: mit der Tram unten und einem Bahnsteig zwischen S5 und S6 oben. Dass für eine solche Möglichkeit, ebenso wie für die Alternative einer Tramschlaufe direkt neben dem Bahnhof, genügend Platz vorhanden ist, davon wollten sich die Teilnehmer vor Ort überzeugen. „Es gibt hier viele Optionen“, fasste Argast zusammen. Die Begehung am Samstag war die erste gemeinsame Aktion der drei Organisationen Pro Schiene Dreiland, Pro Bahn NWCH und IG Verkehr. Sie möchten sich auch in Zukunft bei grenzüberschreitenden Projekten des Öffentlichen Personennahverkehrs austauschen.