Lörrach Drittes Gymnasium: Rat stützt Stadt

Die Stadtverwaltung strebt im Gebäude der auslaufenden Werkrealschule in der Neumatt die Entwicklung eines dritten Gymnasium an. Foto: Kristoff Meller Foto: Die Oberbadische

Die Stadt hat sich entschieden: Sie möchte im Gebäude der auslaufenden Werkrealschule im Neumatt-Quartier ein drittes Gymnasium entwickeln und sich für diese Variante im Kultusministerium einsetzen (wir berichteten). Die Gemeinderatsfraktionen sicherten am Donnerstag die Unterstützung oder zumindest die Akzeptanz des Ansatzes zu.

Von Bernhard Konrad

Szenario 8
Das nun favorisierte Szenario 8 behält im Kern den Status quo auf dem Campus Rosenfels bei, allerdings mit einem künftig auf vier Züge zurückgeführten Hans-Thoma-Gymnasium (HTG). Im Gebäude der Neumatt-Werkrealschule würde ein neues Gymnasium entstehen, in Brombach eine Realschule aus der Werkrealschule hervorgehen, und im Grütt soll die Albert-Schweitzer-Gemeinschaftsschule (ASS) an ihrem Standort weiterentwickelt werden. Kürzlich hatte die Stadt noch befürchtet, dass ein drittes Gymnasium „voraussichtlich nicht genehmigt wird“. Nun gibt es doch positive Signale aus dem Regierungspräsidium – auch deshalb, weil keine neuen im Sinne von „zusätzlichen“ Schulen benötigt werden.

CDU
Ulrich Lusche betonte, die Christdemokraten hätten dieser Idee von Beginn an – nicht erst seit einigen Tagen – nahe gestanden. Ebenso wichtig sei ein attraktiver Schulstandort in Brombach, dabei hob er die Bedeutung der Realschule hervor. Der Campus stehe weiterhin sowohl für eine starke erste, als auch eine starke zweite Säule der Schullandschaft. Die Verlagerung der Gemeinschaftsschule auf den Campus Rosenfels sei in Lörrach mit großer Mehrheit nicht gewollt worden.

SPD
Die SPD-Fraktion hätte zwar mehrheitlich einen gymnasialen Campus bevorzugt, doch werden die Sozialdemokraten auch das Szenario 8 unterstützen, sagte Hubert Bernnat. Indes müsse die Struktur des neuen Gymnasiums mit dem HTG vergleichbar sein, um Schülerströme gegebenenfalls lenken zu können. Es gelte in dieser Konstellation, den Austausch mit den Campus-Gymnasien in der Oberstufe bestmöglich sicherzustellen. Auch Bernnat hob die Bedeutung einer Realschule für Brombach hervor. Bei aller Wertschätzung des Schulentwicklungsprozesses sei „insgesamt zu lange“ am jetzigen Ergebnis gearbeitet worden: „Wir hätten diesen Entschluss schon früher treffen können.“

Grüne
Es sei offenkundig, dass die Landespolitik die Gemeinschaftsschule nicht mehr in gleichem Maße unterstütze wie die vorige Regierungskoalition, sagte Margarete Kurfeß. Auch den Grünen sei die Unterstützung der Realschulen wichtig, insbesondere der Ausbau in Brombach. Die Fraktion hätte einen rein gymnasialen Campus nicht mitgetragen, könne aber „mit Szenario 8 leben.“ Die Gemeinschaftsschule habe im Grütt gute Kooperationsmöglichkeiten mit den beruflichen Schulen.

Freie Wähler
Uwe Claassen erinnerte an die wissenschaftlichen Begleitung: Auch wenn das anfangs favorisierte Szenario 6 nicht zum Zuge komme, habe dieser Vorschlag einen wichtigen Prozess in Gang gesetzt, der letztlich eine Variante hervorgebracht habe, „die von den Freien Wählern sehr gut mitgetragen werden kann.“ Auch Claassen wies auf die Relevanz Brombachs als Realschulstandort hin: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“

Die Grundschulen
Wie berichtet, müssten die Grundschulen im ASS-Gebäude sowie in der Neumatt aufgelöst und die Schüler auf andere Grundschulen verteilt werden. In Stetten müsste hierfür die Fridolinschule ausgebaut werden. Der Grundschulbezirk der ASS würde aufgefächert nach Tumringen, zur Eichendorffschule und zur Hebelschule. Dies kritisierte Chris Kiefer (CDU). Szenario 8 sei im Grunde „nicht schlecht“, aber „die Kleinen sind die Verlierer.“ Sie müssten die Schule eigentlich fußläufig erreichen können. Indes sagten Oberbürgermeister Jörg Lutz und Bürgermeister Michael Wilke, dass die Auflösung der beiden Grundschulen bei allen angedachten Varianten notwendig gewesen wäre.

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